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Stammzellen-Wanderung vom Knochenmark ins Gehirn

21.01.2003


Suche nach leitenden Signalen



Autopsien an vier toten Frauen haben erstmals gezeigt, dass sich Stammzellen des Knochenmarks in Gehirnzellen entwickeln können. Die Entdeckung könnte neue Methoden für die Behebung von Gehirnschäden mit sich bringen. Auch Stammzellen selbst oder jene Substanzen, die die Zellen zur Verwandlung in Gehirnzellen instruieren könnten für Reparaturzwecke verwendet werden. Dies muss aber noch erforscht werden.



Alle obduzierten Frauen erhielten im Laufe des Lebens eine Knochenmarktransplantation von Männern. Dies bedeutet, dass jede Zelle, die das US-Forschungsteam im Gehirn fand und das männliche Y-Chromosom enthielt, von gespendetem Knochenmark stammen musste. Wissenschaftler unter der Leitung von Eva Mezey vom National Institute of Neurological Diseases and Stroke in Bethesda/Maryland (NINDS) fand diese Zellen und zwar nicht nur isoliert, sondern in Klumpen. Dies ist ein Hinweis, dass sich die Stammzellen des Knochenmarks im Gehirn vermehren. "Es ist ermutigend zu wissen, dass es Zellen im menschlichen Knochenmark gibt, die das Gehirn erreichen können und sich in Nervenzellen verwandeln", erläuterte Mezey.

Die Forscherin geht davon aus, dass einfache Stammzellen permanent zirkulieren, bis sie zu einer Verletzungsstelle gerufen werden. Dort verwandeln sie sich in Gewebe, das den Schaden behebt. Es gibt laut Mezey nichts, was diese Zellen rekrutiert. "Diese Signale wollen wir nun suchen", heißt es weiter. Möglicherweise könnten dann Ärzte die Heilung vorantreiben, indem sie eine "Extra-Portion" Signalmoleküle in das geschädigte Gewebe injizieren, schreibt das Fachblatt New Scientist.

Das NINDS-Team hat in der Vergangenheit bereits Erfolge erzielt und gezeigt, dass sich Knochenmarkszellen von Ratten in Gehirnzellen verwandeln. Auch Forschungskollegin Catherine Verfaillie von der University of Minnesota berichtete zu Beginn des vergangenen Jahres von vielversprechenden Ergebnissen. Es gelang, Stammzellen-ähnliche Zellen aus dem Knochenmark von Mäusen und Menschen zu isolieren. Bei Mäusen verwandelten sich die Zellen in nahezu jeden Gewebetypus.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ninds.nih.gov
http://www.newscientist.com

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