Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prognosemodell zur besseren Behandlung von Schlaganfällen

21.01.2003


Erkennung, Zeitbestimmung und Nachvollziehbarkeit sind die wichtigsten und schwierigsten Aufgaben für Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die Schlaganfälle behandeln. Eine Studie der in Brisbane, Australien, beheimateten University of Queensland macht diese Aufgaben erheblich leichter.



Schlaganfälle, die dritthäufigste Todesursache in Australien, werden zumeist durch Blutgerinnsel im Gehirn verursacht. Forschungsleiter und Neurologe Dr. Michael Walsh leitet zusammen mit seinem Team die Entwicklung eines Prognosemodells für Schlaganfälle.

... mehr zu:
»Gerinnsel »Schlaganfall


Dr. Walsh zufolge ist die Bestimmung des Zeitpunktes eines Schlaganfalls maßgeblich für die Entscheidung bezüglich der Behandlung und Medikamentierung eines Patienten.

Bisher wurden Computertomographien, sogenannte CAT (computerised axial tomography) scans, eingesetzt, um das Gerinnsel im Gehirn zu lokalisieren. Diese Bestimmungsart gibt jedoch keinerlei Auskunft darüber, wann der Schlaganfall stattfand - und eine Zeitbestimmung ist entscheidend.

Laut Dr. Walsh beträgt der kritische Zeitrahmen für die Verabreichung von Medikamenten drei (in einigen Fällen vielleicht auch sechs) Stunden nach Einsetzen des Schlaganfalls, um das Gerinnsel im Gehirn aufzulösen.

"Nachdem das Gehirn ’weich’ wird, und man dann das Gerinnsel auflöst, kann dieses in das Gehirn hineinbluten," so Dr. Walsh. "Wenn jemand mit einem Schlaganfall aufwacht, weiß niemand, wann dieser angefangen hat."

Prognosemodelle ermöglichen den Medizinern, den Anteil des geschädigten Gehirns zu bestimmen. Dies bedeutet, dass sie nicht nur das Gerinnsel sehen können, sondern auch, wieviel des Gehirngewebes um das Gerinnsel herum betroffen ist.

Zu den Technologien, die das Team um Dr. Walsh für die Datensammlung einsetzt, gehören unter anderem Kernspintomographie (Magnetresonanzbildgebung wie Perfusions- und Diffusionsbildgebung - die beide die Blutzufuhr zum Gehirn ermitteln), Natriumbildgebung sowie EEG (Elektroenzephalogramm).

"Diese Kombination der Techniken - Perfusions-, Diffusions-, und Natriumbildgebung - ist auf unsere Bedürfnisse speziell abgestimmt. Wir führen parallele Forschungsreihen durch und sammeln die Daten, die für die Beantwortung einiger wichtiger Fragen genutzt werden", so Dr. Walsh.

Die Studie begann im April 2002 und wird bis mindestens 2004 fortgesetzt. Der Nutzen der Studie umfaßt:

1. Bessere Erkenntnisse über den Ablauf eines Schlaganfalls
2. Durch den Gebrauch von Magnetresonanz-Maschinen können chemische Messungen durchgeführt werden, anstatt ein Loch in den Kopf des Patienten bohren zu müssen, um eine Probe zu entnehmen
3. Die behandelnden Ärzte erhalten genaueren Aufschluss über die Lage des Schlaganfall-auslösenden Gerinnsels und über den Zeitpunkt des Schlaganfalls
4. Medikamente können genauer verabreicht werden, ohne weiteren Schaden anzurichten.

Zum Forscherteam gehören unter anderem: Dr. Walsh, Dr. John Chalk, Rowen Gillies, Mark Strudwick, Stephen Rose.

Weitere Informationen in englischer Sprache:
Dr. Michael Walsh (Centre for Magnetic Resonance - CMR)
Mobil: 0061-412 126 321
E-Mail: michael.walsh@cmr.uq.edu.au

Der Australische Hochschulverbund IDP / Institut Ranke-Heinemann ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen Hochschulen in Deutschland, zuständig für Studienberatung, Studienplatzbewerbung, Einschreibung und Wissenstransfer. Er arbeitet not-for-profit und repräsentiert australische Forschung und Lehre weltweit. Als erste Kontaktadresse für sämtliche Fragen zu Studium und Wissenschaft für Studierende, Presse, Bildungseinrichtungen und Regierungsorganisationen kann er auch bei Fachfragen gezielt Ansprechpartner in Australien vermitteln.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de

Weitere Berichte zu: Gerinnsel Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise