Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grenzkontrolle im Gehirn!

19.12.2002


Neuartiges Testsystem für die Blut-Hirn-Schranke entwickelt



Das NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen in Reutlingen hat in einem vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Projekt zusammen mit der Bayer AG, der Grünenthal GmbH, der Knoll AG/Abbott AG, der Merz + Co. GmbH & Co. KG und der Schering AG ein neuartiges Testsystem zur Bestimmung der Blut-Hirn-Schrankengängigkeit von Substanzen entwickelt.

... mehr zu:
»BHS »Molekül »Tierversuch


Die meisten Hirnbezirke von Säugetieren werden vor möglicherweise schädigenden Substanzen im Blut durch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke (BHS) geschützt. Diese wirkt wie ein selektiver Filter in den Blutkapillaren, der nur von bestimmten Molekülen leicht überwunden werden kann. Moleküle, die im Gehirn benötigt werden (z. B. Glucose) können den Filter auch mittels Trägerproteinen überqueren, die eine hohe Affinität für bestimmte Moleküle haben.

Die Funktion der BHS ist die Verhinderung des Eindringens von toxischen Molekülen in das Gehirn und sie ist für die Stabilität des inneren Milieus aus gelösten Salzen, Eiweißen und anderen Stoffen verantwortlich.

Problematisch ist die Schranke nur dann, wenn Stoffe, die eigentlich helfen sollen, nicht passieren können. Ob eine Substanz passieren darf oder nicht, entscheidet sich oft anhand von kleinen Veränderungen an Molekülen. Der Test auf die "Schrankengängigkeit" ist also bedeutsam - und war bisher nur im Tierversuch oder in Zellkulturen möglich.

Das neu entwickelte Testsystem der Reutlinger beruht darauf, daß die Netzhaut im Auge ein Teil des zentralen Nervensystems ist und über dieselben Mechanismen zum Schutz des inneren Milieus wie das Gehirn verfügt. Im Auge wird diese Schrankenfunktion von den sogenannten Pigmentepithelzellen übernommen. Diese Zellen werden von den Forschern im Zellverband aus Schweineaugen von Tieren aus dem Schlachthof präpariert und direkt in einem Test eingesetzt.

Die Hauptvorteile des neuen Testsystems sind das Vorhandensein einer intakten und damit aktiven Schranke mit all ihren Trägerproteinen und die Einsparung von Tierversuchen.

Für die Medikamentenentwicklung bedeutet dies, daß Aussagen über die Hirngängigkeit potentieller Medikamente ohne jeglichen Tierversuch gemacht werden kann.

Dr. Nadja Gugeler | idw

Weitere Berichte zu: BHS Molekül Tierversuch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gentherapie für seltene Bluterkrankung
18.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie