Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Desinfizierende Seifen gegen Schlafkrankheit?

19.12.2002


Die Organochlorverbindung Triclosan könnte sich zur Behandlung der Schlafkrankheit (Trypanosoma) eignen. Im Labor stoppte Triclosan das Wachstum des Parasiten Trypanosoma brucei (T. brucei), berichtet Kimberly Paul von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore/Maryland auf dem Jahrestreffen der American Society for Cell Biology in San Francisco.



Triclosan wird wegen ihrer desinfizierenden Wirkung in kosmetischen Präparaten, als desodorierender Zusatz in festen Seifen und Flüssigseifen sowie in desinfizierenden Seifen und chirurgischen Händedesinfektionsmitteln eingesetzt.



Paul´s Team entdeckte, dass bestimmte Gene des Parasiten, die er zum Aufbau von Fettsäuren benötigt, eine nähere Verwandtschaft zu Genen in Bakterien aufweisen als zu Genen in Säugetieren oder Hefen. Die Forscher stellten dies unter Verwendung von DNA-Sequenzdaten des T.-brucei-Genom-Projekts fest. Die Ergebnisse überraschen die Wissenschaftler, da Triclosan eine antibakterielle Chemikalie, T. brucei aber kein Bakterium ist.

Triclosan könnte eine Verbesserung gegenüber bestehenden Medikamenten, insbesondere Arsen-Derivaten, darstellen, die für Patienten toxisch sind. Triclosan greift nur den Parasiten und keine menschliche Zellen an. Noch müssen die Forscher aber testen, ob die Substanz tatsächlich auch die Symptome der Schlafkrankheit lindert. Selbst wenn sich die Wirkung bestätigt, könnte der Parasit durch die Resistenz-Entwicklung auf Triclosan die Hoffnung der Forscher zunichte machen. Die Schlafkrankheit wird durch die Tse Tse Fliege (Glossina morsitans centralis) übertragen.

In Afrika südlich der Sahara leiden mehr als eine halbe Million Menschen an Trypanosoma. Unbehandelt ist die Schlafkrankheit in der Regel eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Es treten schwere Schlafstörungen mit Schlaflosigkeit in der Nacht und gesteigertem Schlafbedürfnis am Tag auf. Das Spätstadium der Schlafkrankheit ist durch eine Vielzahl neurologischer Symptome gekennzeichnet, wie verwaschene Sprache, Gang- und Koordinationsstörungen sowie Krampfanfälle. Sie sind die Folge einer Entzündung des Gehirns und des Rückenmarkes durch auf dem Blutweg verschleppte Parasiten. Eine gestörte Nahrungsaufnahme führt zur typischen drastischen Gewichtsabnahme.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hopkinsmedicine.org/medicalschool
http://www.ascb.org/meetings/am2002/main02mtg.htm

Weitere Berichte zu: Gen Parasit Schlafkrankheit Triclosan Trypanosomen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie