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Erste Krebsbehandlung außerhalb des Körpers

19.12.2002


Italienische Ärzte entnehmen kranke Leber für Strahlentherapie



Weltweit erstmals haben italienische Ärzte eine Krebsbehandlung außerhalb des Körpers durchgeführt. Das Organ, im konkreten Fall eine mehrfach mit Tumoren befallene Leber, wurde entnommen, bestrahlt und wieder implantiert.Diese Methode erlaubt es, weit verbreiteten Tumoren einer hohen Strahlungsdosis auszusetzen, ohne andere Organe zu schädigen.

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Ärzte des San Matteo Krankenhauses in Pavia setzten die Technik zur Behandlung eines 48-jährigen Leberkrebs-Patienten ein. Der Patient hatte nicht weniger als 14 Tumore in der Leber. Ein Jahr nach dem Eingriff, der 21 Stunden dauerte, funktioniert die Leber laut Angaben der behandelnden Ärzte normal. Bei den letzten Scans gab es keine Anzeichen eines Tumors. Zurzeit wartet das Team auf die Genehmigung, weitere sechs Patienten mit multiplen Lebertumoren zu behandeln, berichtet das Fachmagazin New Scientist. Verlaufen diese erfolgreich, könnten mit dieser Technik eines Tages schwer behandelbare Krebsarten in anderen transplantierbaren Organen wie Lungen und Bauchspeicheldrüse in Angriff genommen werden.

Da bislang nur ein Patient mit der so genannten "TAORMINA"-Technik behandelt wurde, kann die Frage, wie sicher und wirksam sie ist, noch nicht beantwortet werden. Auch wenn sich die Methode bei Lebertumoren und anderen Krebsformen als wirksam erweist, wird ein derartig radikaler Eingriff nur Patienten mit den schlechtesten Aussichten vorbehalten sein. Außerdem wird der Eingriff nur dann durchführbar sein, wenn die Patienten noch imstande sind, die lange Operationsdauer zu überstehen. Die Technik wird auch lediglich dann zum Einsatz kommen, wenn der Krebs auf ein Organ beschränkt ist. Hat sich die Erkrankung erst einmal ausgebreitet, wird auch die Therapie außerhalb des Körpers aussichtslos sein. Derzeit wird die Technik an Patienten mit normalerweise nicht behandelbaren Gehirntumoren ohne die Entfernung des Organs getestet.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sanmatteo.org
http://www.newscientist.com

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