Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Hoffnung für Warzenpatienten

17.12.2002


Jenaer Hautärzte entwickeln schmerzlose Warzentherapie mit wassergefiltertem Infrarotlicht



Geplagte Warzenpatienten können Hoffnung schöpfen: Schon eine geringe Bestrahlung mit speziellem Infrarot-Licht kann die lästige Hautkrankheit heilen. Dies haben jetzt Dermatologen der Hautklinik der Universität Jena bei einem Symposium der Dr. Erwin Braun-Stiftung in Luzern (Schweiz) präsentiert.

... mehr zu:
»Bestrahlung »Hautklinik »WIRA


Warzen entstehen durch so genannte humane Papillom-Viren (HPV). Viren sind kleinste Organismen, die Krankheiten verursachen können. Warzen sind daher ansteckend. Etwa 15 % der Bevölkerung, hauptsächlich Kinder und Jugendliche, sind Schätzungen zufolge mit einem Warzenvirus infiziert. Warzen sind nicht nur hässlich, sondern können erheblich schmerzen, wenn sie sich an der Fußsohle befinden. Sie erleichtern ebenfalls das Eindringen bakterieller Krankheitserreger in die Haut.

Die Behandlung von Warzen ist schwierig. Sie können durch Kälte, Laserlicht und chirurgisch zerstört oder durch eine äußerliche Behandlung mit ätzenden oder zelltötenden Wirkstoffen beseitigt werden. Oft kommt es jedoch zu Rückfällen. Gerade für Kinder ist die manchmal schmerzhafte, wiederholte Therapie belastend.

Die Forschungsgruppe um den Direktor der Hautklinik der Universität Jena Prof. Dr. Peter Elsner hat daher nach einer neuen, schmerzlosen Therapiemöglichkeit gesucht. Dafür bot sich das wassergefilterte Infrarotlicht (WIRA) an. "Dieses spezielle Infrarotlicht dringt besonders tief in die Haut ein, weil die Hautoberfläche nicht überwärmt wird", erläutert Dr. Silke Fuchs aus Elsners Arbeitsgruppe. Dadurch kommt es zu einer lang anhaltenden Durchwärmung der Warzenumgebung. In einer klinischen Studie wurden von ihr 80 Patienten mit hartnäckigen Warzen, bei denen andere Therapien nicht angesprochen hatten, entweder mit WIRA oder einer Scheinbestrahlung behandelt. Nach nur drei Bestrahlungen kam es bei den WIRA-behandelten Patienten zu einer deutlichen Abnahme der Warzenfläche um über 80 %, während bei den scheinbestrahlten Patienten die Fläche nur um ein Drittel abnahm. Eine zusätzliche Behandlung durch eine photodynamische Therapie mit 5-ALA brachte keine zusätzliche Besserung. Nebenwirkungen traten bei der Infrarotbestrahlung keine auf. Die gute Wirksamkeit ihrer schmerzlosen Behandlungsmethode erklären die Jenaer Forscher mit einer Steigerung der lokalen Immunabwehr durch die verbesserte Durchblutung, die bei vielen Warzenpatienten gestört ist.

"Die neue Therapie dürfte sich vor allem für Kinder eignen, die mit anderen Methoden erfolglos behandelt worden sind", meint Prof. Elsner. "Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bisher nicht", weist der Jenaer Dermatologe auf ein mögliches Problem hin. "Es ist aber zu hoffen", bleibt er optimistisch, "dass eine Kostenübernahme für dieses preiswerte Verfahren in Zukunft gelingt."

Kontakt:

Prof. Dr. Peter Elsner
Klinik für Hautkrankheiten der Universität Jena
Erfurter Str. 35, 07743 Jena
Tel.: 03641-937370
Fax: 03641-937343
E-Mail: elsner@derma.uni-jena.de

Monika Paschwitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Bestrahlung Hautklinik WIRA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten