Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankenhaus-Bakterium auf tödlichem Vormarsch

13.12.2002


Experten: Einfaches Händewaschen könnte Problem schnell lösen



Die multiresistenten "Superbakterien" MRSA sorgen in Großbritannien für Aufregung. Nach Aussagen von Wissenschaftlern werden sie für eine immer größere Zahl von Krankenhauspatienten zu einer tödlichen Gefahr. 1993 sind an dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus 13 Patienten gestorben, knapp fünf Jahre später waren es bereits 114, berichtet BBC-Online heute, Freitag.

... mehr zu:
»MRSA »Todesfall


Das multiresistente MRSA wird nach Ansicht der Wissenschaftler durch mangelnde Hygiene zur tödlichen Falle. Nach Angaben der Forscher vom Public Health Laboratory Service (PHLS), die sämtliche Todesfälle untersucht haben, hätten die Todesfälle relativ einfach verhindert werden können. Häufigeres Händewaschen der Krankenhausbediensteten sei eine effektive Methode, so die Forscher. Ohne weitere Maßnahmen hat MRSA jedenfalls freie Bahn und die Experten befürchten, dass das Superbakterium bis zu 5.000 Todesopfer jährlich fordern könnte.

"Die Präsenz von Antibiotika hat die Menschen nachlässig und unaufmerksam gemacht", so Claire Rayner von der britischen Patients Association. Nach Ansicht der Expertin müsse man wieder zu den Zeiten zurückgehen, in denen Krankenhäuser nach Seifen und antiseptischen Mitteln gerochen haben und in denen sich sowohl Ärzte als auch Krankenpfleger regelmäßig die Hände waschen. Warnungen vor dem MRSA hat es in diesem Jahr schon einmal gegeben: das National Audit Office hatte vor den Folgen des Virus gewarnt. (pte berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021007039)

Das Public Health Department hat nach der jüngsten Studie 6.700 Todesfälle nach Staphylococcus aureus untersucht. Der Anteil der multiresistenten MRSA-Fälle stieg von acht Prozent 1993 auf 44 Prozent im Jahr 1998. "Die 114 Todesfälle sind zwar zahlenmäßig niedrig, wenn man bedenkt, wie viele tausende Menschen an anderen Erkrankungen sterben. Andererseits ist die Zahl extrem hoch, wenn man in Betracht zieht, dass einfaches Händewaschen den Tod der Menschen hätte verhindern können", so Natasha Crowcroft vom Public Health Service. Wie hoch in diesem Jahr die Opferzahlen sein werden, darüber wagt offensichtlich noch niemand zu sprechen. Das britische Gesundheitsministerium hat lediglich gemeint, dass fast 94 Mio. Euro für die Reinigung der Krankenhäuser und Kliniken aufgewendet werden und der Hygiene-Zustand mehrmals jährlich untersucht wird.

Das Forschungsergebnis über die MRSA-Bakterien wird auch im British Medical Journal (BMJ) erscheinen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021007039
http://bmj.com

Weitere Berichte zu: MRSA Todesfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie