Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Brücke zwischen Forschung und klinischer Entwicklung

12.12.2002


BMBF fördert mit 25 Millionen Euro den Impfstoffstandort Deutschland.


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will die Entwicklung neuer Impfstoffe in Deutschland beschleunigen. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn stellte am Donnerstag in Hannover eine neue Initiative für Impfstoffforschung und -entwicklung vor. Das Ministerium stellt dafür in den kommenden fünf Jahren 25 Millionen Euro bereit. Damit soll die Entwicklung von Impfstoffkandidaten beschleunigt und Deutschland als Forschungs- und Entwicklungsstandort von Impfstoffen gestärkt werden.


Die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig wird mit den Mitteln die Initiative realisieren. Dafür arbeitet die von der Kreissparkasse Hannover AG gegründete gemeinnützige "Deutsche Stiftung Impfstoff-Forschung" zusammen mit der marktorientierten "Vakzine Projekt Management GmbH", deren Hauptgesellschafter die Stiftung und der Förderverein der GBF sind.


Bedarf an neuen Impfstoffen

Bundesforschungsministerin Bulmahn unterstrich die Bedeutung neuer Impfstoffe für die Gesundheitsprävention. "Sie sind eine wichtige Chance bei der wirkungsvollen Bekämpfung heute noch unheilbarer Krankheiten", sagte Bulmahn. Für zahlreiche gefährliche und tödliche Krankheiten wie AIDS, Tuberkulose oder Malaria gebe es bislang noch keine geeignete Impfung. Therapeutische Impfstoffe könnten zudem neue Möglichkeiten für eine wirkungsvolle Behandlung etwa von Krebserkrankungen bieten. Der klinische Bedarf für Impfstoffe sei groß und der Markt für sie expandiere weltweit.

Wie eine von der GBF im Auftrag des BMBF erstellte Studie zeigt, sind die Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet in Deutschland zahlreich und gut. Eine Lücke existiert jedoch zwischen Forschung und klinischer Entwicklung sowie der wirtschaftlichen Verwertung. Insbesondere durch die Arbeit der Vakzine Projekt Management GmbH soll diese Lücke geschlossen und die Forschungsförderung effektiver werden.

Stiftung zur Förderung der Impfstoffforschung

"Erst die Einrichtung der gemeinnützigen Stiftung ermöglichte es, die BMBF-Mittel vollständig in das privatwirtschaftliche Projektmanagement der Impfstoffentwicklung zu lenken. Gleichzeitig verbleiben die Erlöse aus dem Verkauf der Entwicklungsergebnisse im öffentlichen Raum. Dies ist ein in Deutschland bisher einzigartiges Projekt der Erfindungsverwertung", so Bernhard Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Hannover. Die Deutsche Stiftung Impfstoff-Forschung mit Sitz in Hannover ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der nationalen Entwicklungs- und Forschungsstandorte. Hauptzweck ist die Förderung der Forschung und des Forschungsnachwuchses sowie der Öffentlichkeitsarbeit auf dem Gebiet der Impfstoffe in Deutschland. Ein Stiftungskuratorium aus hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik steht der Vakzine Projekt Management GmbH beratend zur Seite.

Forschungsergebnisse schneller in die Praxis

Die Vakzine Projekt Management GmbH wird bundesweit die Entwicklung von Impfstoffen bis in die frühe klinische Phase finanzieren und organisieren. "Wir wollen schnell ein in der Impfstoffszene anerkannter Partner werden, der Forschungswissen effizient in eine praktische Anwendung überführt und wirtschaftlich verwertet", erklärte Prof. Dr. Joachim Klein, der bis zum Eintritt des Pharmamanagers, Dr. Albrecht Läufer, die Geschäfte der GmbH führt. Die Erträge fließen an die Kooperationspartner und die GmbH. Dies garantiert die finanzielle Grundlage für weitere Projektentwicklungen und fördert über die Stiftung die Impfstoffforschung in Deutschland. Daneben hat die Vakzine Projekt Management GmbH einen öffentlichen gesellschaftlichen Auftrag: "Wir werden ein Kompetenznetzwerk in der deutschen Impfstoffforschung aufbauen, die Bevölkerung über die Bedeutung von Infektionskrankheiten informieren und den Impfschutz fördern", betonte Klein.

Zunehmendes Risiko durch Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten verursachen noch immer ein Drittel aller Todesfälle weltweit. "Die Bedrohung ist jedoch nicht auf die Dritte Welt beschränkt: In Krankenhäusern sind bereits Keime aufgetreten, die gegen alle gängigen Antibiotika resistent sind", warnte Prof. Dr. Rudi Balling, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF. "Auch bei einer Krebstherapie oder Transplantationen kann das Abwehrsystem so stark geschwächt werden, dass normalerweise ungefährliche Erreger zu einer lebensbedrohlichen Gefahr werden."
Schließlich erhöhe die gestiegene Lebenserwartung das Risiko, an Infektionen zu erkranken, denn im Alter lasse die Leistungsfähigkeit des Immunsystems stark nach. Aktuelle Forschungsergebnisse weisen auch auf Zusammenhänge zwischen Infektionen und Krankheiten wie Asthma, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose oder Krebs hin.

Ihre Ansprechpartner
Stiftung Deutsche Impfstoff-Forschung und Kreissparkasse Hannover
Kontakt: Stefan Becker
Aegidientorplatz 1 | 30159 Hannover
stefan.becker@ksk-hannover.de
Tel +49 (0) 511.3600-514

Vakzine Projekt Management GmbH und Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)
Kontakt: Thomas Gazlig
Mascheroder Weg 1 | 38124 Braunschweig
presse@gbf.de
Tel +49 (0) 531.6181-510


Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://presse.gbf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Geothermie: Den Sommer im Winter ernten

18.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Kompositmaterial für die Wasseraufbereitung

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht

18.01.2017 | Informationstechnologie