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Messung der quantitativen Hirndurchblutung bei Neugeborenen mit Ultraschall möglich

04.12.2002


Erstmals kann nun bei gesunden Früh- und Neugeborenen mittels Ultraschall - einer unschädlichen und nicht-invasiven Methode - die quantitative Hirndurchblutung gemessen werden. Durchblutungsstörungen des Gehirns in der Frühgeborenenphase werden als eine der Hauptursachen für die Entstehung von motorischen, sprachlichen und geistigen Behinderungen angesehen. Bisher hat man ausschließlich bei schwer kranken Kindern die Hirndurchblutung quantitativ gemessen, da nur invasive und/oder radioaktiv belastende Methoden zur Verfügung standen. Normalwerte für die Gesamthirndurchblutung bei Neugeborenen konnten deshalb nicht ermittelt werden.



Die jetzt veröffentlichte Studie von Tübinger Neuropädiatern und Neonatologen um Prof. Dr. Martin Schöning (Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin) stellt die Messmethode des neuen Verfahrens vor: Die Flussvolumina der Halsarterien, die das Gehirn versorgen, werden mit einem Computersonographiegerät dopplersonographisch gemessen. Dazu wurde ein sehr kleiner, hochauflösender Schallkopf verwendet.



Die Untersuchungsergebnisse weisen auf einen deutlichen Anstieg der Hirndurchblutung bei gesunden Früh- und Neugeborenen (von der 34. bis zur 42. Schwangerschaftswoche) hin. Normwerte für die Hirndurchblutung von Früh- und Neugeborenen wurden inzwischen von Dr. Martin Kehrer (Assistenzarzt der Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin) erstellt. In einem Anschlußprojekt der Forschungsgruppe wird die klinische Anwendbarkeit der Methode bei kranken Frühgeborenen untersucht. "Mit den nun verfügbaren Normwerten haben wir die Grundlagen für die zukünftige klinische Anwendung dieser Methode geschaffen", erläutert der Neuropädiater Martin Schöning.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Abt. Kinderheilkunde III
(Neuropädiatrie Entwicklungsneurologie, Sozialpädiatrie)
Ärztliche Direktorin Professor Ingeborg Krägeloh-Mann
Hoppe-Seyler-Str. 1, 72076 Tübingen

Professor Dr. Martin Schöning
Tel. 0 70 71 / 29-8 37 71, Fax 0 70 71 / 29-54 73,
E-Mail: martin.schoening@med.uni-tuebingen.de


** Die Ergebnisse erschienen in der Ausgabe vom 30. November 2002 der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" unter dem Titel: "Measurement of volume of cerebral blood flow in healthy preterm and term neonates with ultrasound".
Korrespondierender Autor: Professor Dr. Martin Schöning

Dr. Ellen Katz | idw

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