Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue RUB-Nachwuchsforschergruppe: Wie Stammzellen aus der Nabelschnur Nerven-Schäden reparieren

03.12.2002


Ob und wie Stammzellen aus Nabelschnurblut Hirn- und Nervenschäden, die bei der Geburt durch Sauerstoffmangel oder mechanische Verletzungen entstehen, reparieren können, wird Dr. Carola Meier (Anatomisches Institut der RUB) mit einer neuen Nachwuchsforschergruppe untersuchen: Sie ist eine von drei Gewinnern des Wettbewerbs "Nachwuchsgruppen im Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW", den das Ministerium für Wissenschaft und Forschung (MWF) ausgeschrieben hat. Ihre Gruppe wird für die nächsten fünf Jahre mit bis zu 1,25 Mio. Euro gefördert.



Lebenslange Schäden drohen



Wenn es während der Geburt zu Sauerstoffmangel kommt - weil sich z. B. die Nabelschnur um den Hals des Kindes gelegt hat - drohen lebenslange Schäden: Nervenzellen im Gehirn des Kindes werden nicht mehr ausreichend versorgt und sterben ab, regenerieren können sie sich kaum. Die betroffenen Kinder leiden z. B. unter Lähmungen, Bewegungsstörungen und Störungen der Sprachentwicklung, ähnlich wie Schlaganfallpatienten. Hoffnung auf Heilung solcher Schäden machen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut, die geschädigte Nervenzellen ersetzen können. Dr. Meier untersucht, ob diese Zellen in die geschädigte Hirnregion wandern, den Platz der toten Zellen einnehmen und sich selbst zu Nervenzellen entwickeln können. Außerdem nehmen die Forscher das Potential der Nabelschnurblut-Stammzellen auch in der Behandlung Trauma-bedingter Schädigungen des peripheren und zentralen Nervensystems unter die Lupe. Auch diese Verletzungen sind klinisch von besonderer Bedeutung, z.B. können unter der Geburt die Nerven des Armes verletzt werden.

Wanderung der Stammzellen durch den Körper verfolgen

Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern will Dr. Carola Meier Stammzellen aus Nabelschnurblut gewinnen und diese für die Wiederherstellung geburtlich geschädigten Hirn- und Nervengewebes nutzbar machen. Hierzu wollen die Forscher die molekularen Mechanismen der Stammzell-Vermehrung und -Entwicklung aus Nabelschnurblut in Zellkulturen untersuchen. Besonders interessiert sie dabei, wie die Zellen nervengewebsspezifische Eigenschaften ausbilden: Dazu gehören u.a. elektrische Erregbarkeit und die Bildung von Schaltstellen (Synapsen) sowie ihre Verflechtungen. Außerdem wollen die Forscher die Wanderung der Nabelschnurblut-Stammzellen durch den Körper verschiedener Versuchstiere zu den verletzten Arealen des Nervensystems verfolgen. So wollen sie weiterführende Erkenntnisse für die Therapie von geburtlichen Schädigungen des Nervengewebes gewinnen.

Dr. Carola Meier, Abteilung Neuroanatomie und Molekulare Hirnforschung, Anatomisches Institut der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24410, Fax: 0234/32-14655, E-Mail: carola.meier@ruhr-uni-bochum.de.

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.stammzellen.nrw.de/

Weitere Berichte zu: Nabelschnurblut Nervengewebe Nervenzelle Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie