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Traubenkern-Extrakt beschleunigt Wundheilung

03.12.2002


Proanthocyanidin erhöht Anteil freier Radikale in verletzten Hautstellen

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Ein Extrakt von Traubenkernen verbessert die Wundheilung. Dies erfolgt auf zwei Wegen: Es unterstützt den Körper in der Produktion einer Substanz zur Regenerierung beschädigter Blutgefäße und es erhöht den Anteil freier Radikale im Wundbereich. Freie Radikale wiederum beseitigen pathogene Bakterien von der Wunde. Dies sind die Ergebnisse zweier Versuche der Ohio State University über die Wirkung von Traubenkern-Extrakt bei Mäuse- und menschlichen Hautzellen.

Forscher um Chandan Sen vom Heart and Lung Research Institute behandelten Hautwunden von Mäusen mit einem Proanthocyanidin-haltigen Traubenextrakt. Proanthocyanidin ist eine Tannin-Verbindung und einer der Hauptinhaltsstoffe von Traubenkernen mit antioxidativer Wirkung. In Wunden allerdings, die reich an zellzerstörenden freien Radikalen sind, entwickelt das Extrakt einige pro-oxidative Eigenschaften. Nach fünf Tagen wurden die neun Versuchstiere eingeschläfert und ein bis 1,5 Millimeter kleine Hautteile der Wunde entnommen. "Im Vergleich zur Haut unbehandelter Mäuse war der Heilungsprozess bei den behandelten Tieren weiter fortgeschritten. Das neu gebildete Gewebe hatte eine festere Struktur", erklärte Sen.


Darüber hinaus wurde bei behandelten Tieren im Granulationsgewebe, eine bei der Wundheilung auftretende zellreiche, weiche Gewebsneubildung, auch ein erhöhter Tenascin-Spiegel festgestellt. Tenascin ist ein Protein, das in der extrazellulären Matrix vorkommt. Es hat elastische Eigenschaften und unterstützt die Bildung von Bindegewebe. Auch der Spiegel des "Vascular Endothelial Growth Factor" (VEGF), ein wichtiger Wachstumsfaktor für Blutgefäßendothelzellen erhöhte sich durch die Traubenkern-Extrakt-Behandlung. " Mehr VEGF bedeutet, dass sich Blutgefäße schneller bilden und mehr Nährstoffe über das Blut zur Regeneration des geschädigten Gewebes transportiert werden können", sagte Sen.

Zudem scheint das Extrakt den Spiegel der freien Radikale zu erhöhen. Eine Überraschung für die Forscher: Es ist ungewöhnlich, dass ein Antioxidanz zur Oxidation, also der Bildung freier Radikale, beiträgt. In geringer Menge stimulieren freie Radikale die Zellproliferation und die Bildung von Bindegewebe bzw. neuer Blutgefäße. "Hautwunden sind reich an freien Radikalen und in behandelten Wunden dauerte ihre stimulierende Wirkung länger an", betonte der Forscher.

Bislang wird das Traubenkernextrakt erst erforscht und ist noch nicht auf dem Markt. Der wundheilende Effekt wird auch nicht durch die Aufnahme des Extrakts in Vitaminform erreicht, erläutert Sen. "Oral eingenommen wirkt das Extrakt wie ein Antioxidanz. Erst auf der Wunde entfaltet Proanthocyanidin seine pro-oxidativen Eigenschaften."

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.osu.edu
http://heartlung.osu.edu/hlri/index.jsp

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