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Früherkennung altersbedingter Blindheit

22.11.2002


Bundesforschungsministerium fördert Forschungsprojekt an der Augenklinik der Universität Jena



Das Team um Dozent Dr. Dietrich Schweitzer von der Augenklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist gestern mit dem Medizintechnikpreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet worden. Als eines von elf Siegerprojekten des vorangegangenen Innovationswettbewerbs wird das Forschungsvorhaben der Jenaer Wissenschaftler daher für zwei Jahre mit knapp 200.000 Euro gefördert. Ziel ist es, ein Verfahren zur Früherkennung von Augenleiden zu entwickeln.

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Eine dieser Krankheiten ist die altersbedingte Degeneration der Makula, ein Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen zuständig ist. Im Alter reichern sich Abfallprodukte des Stoffwechsels hinter den Lichtrezeptoren der Makula an. Dieser "nicht ordnungsgemäß entsorgte Abfall" verursacht die Zerstörung der Rezeptoren. Das führt zur Erblindung. Wenn der Augenarzt den "Müllberg" erkennt, ist es zu spät. "Der Prozess ist nicht mehr reversibel. Deswegen wollen wir eine Methode entwickeln, die die Degeneration am lebenden Auge früher erfasst", erklärt Schweitzer. Dazu nutzt er die Eigenschaft der Stoffwechselprodukte des Auges schwach zu fluoreszieren, nachdem sie mit Laserlicht angeregt wurden. Mit extrem kurzen Laserlichtpulsen, die das Auge schonen, beschießt er die Netzhaut. Bisher hat er seine Methode soweit verfeinert, dass er Fluoreszens-Signale mit einer Lebensdauer von einer Nanosekunde messen kann. In den folgenden Jahren geht es darum, diese feinen Signale den verschiedenen Stoffwechselprodukten im Auge zuzuordnen und so den genauen Verlauf der Erblindung auf der Ebene der Moleküle nachzuvollziehen.

"Steht die Methode, kann sie auch für andere Zwecke genutzt werden" erläutert der Experte. Er möchte den Augenärzten zweidimensionale Fluoreszens-Landkarten der betreffenden Augenregion liefern, an Hand derer sie erkennen können, welches Gewebe erkrankt ist. So könnten frühzeitig kleinere Korrekturen am Auge vorgenommen und die Erblindung verhindert oder schwere Eingriffe vermieden werden, hofft der Forscher.

Kontakt:
Doz. Dr. Dietrich Schweitzer
Abt. Experimentelle Ophthalmologie,
Klinik für Augenheilkunde der Universität Jena
Bachstr. 18, 07743 Jena
Tel./Fax.: 03641 / 933027

Axel Burchardt | idw

Weitere Berichte zu: Blindheit Erblindung Makula Netzhaut

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