Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchs Schlüsselloch ans Schlüsselbein

15.11.2002


Ein Beispiel für Innovationen in der unfallchirurgischen Behandlung



Die derzeitige Standardbehandlung von Schlüsselbeinbrüchen besteht in der Anlage eines ruhigstellenden Verbandes ("Rucksackverband"). Die Therapie hat einige Nachteile, zum Beispiel die Tatsache, dass die Patienten ihre Schulter im Verlauf der der Behandlung aufgrund starker Schmerzen nicht bewegen können. Das kosmetische Ergebnis der Behandlung ist ebenfalls oft schlecht, weil am Schlüsselbein eine "Verkürzungsfehlstellung" und eine sichtbare Knickbildung zurück bleibt. Manchmal heilt die Verletzung sogar überhaupt nicht.

... mehr zu:
»Schlüsselbein


Mit einer neuen minimal-invasiven Operationsmethode ("Schlüssellochchirurgie) kann das Schlüsselbein exakt gerichtet und stabilisiert werden. Die Vorteile liegen darin, dass der Patient unmittelbar nach der Operation von einer erheblichen Schmerzlinderung profitiert und seinen gewohnten Tätigkeiten nachgehen kann.

An der Klinik für Unfallchirurgie der Universität zu Köln hat eine Arbeitsgruppe von Dr. Axel Jubel (Leitung: Prof. K. E.. Rehm) das neue Verfahren entwickelt. Hierbei wird ein elastischer Titan-Stift über einen kleinen Hautschnitt in das Schlüsselbein eingeführt. Auf diese Weise wird ein eigentlich für die Kinder-Unfallchirurgie entwickeltes Implantat für diese Verletzung auch bei Erwachsenen sinnvoll genutzt.

Bei gut 100 Patienten wurde die neue Technik in Köln bisher angewendet. Die Schmerzen verschwanden bei nahezu allen Patienten unmittelbar nach dem Eingriff. Die Symmetrie des Schultergürtels konnte in allen Fällen wieder hergestellt werden. Hier durch ist die Funktion der betroffenen Schulter langfristig sehr viel besser als bei der herkömmlichen Behandlung gewährleist.

Auch auf Dauer ist die sehr rasch erreichte Stabilität größer als beim bisherigen Standardverfahren. Dies gilt sogar für Leistungssportler. Einige bekannte Spitzensportler sind mit dem neuen Verfahren in Köln operiert worden. Ruderer, Moto-Cross-Fahrer und Reiter konnten ihrem Sport schon nach wenigen Tagen wieder äußerst erfolgreich nachgehen.

Ansprechpartner:
Dr. Axel Jubel
Klinik für Unfall-, Hand- und Widerherstellungschirurgie
der Universität zu Köln
Kerpener Straße 61, 50931 Köln
Tel. (0221) 478-4802, Fax: -4835
E-Mail: axeljubel@t-online.de

Dipl.Pol. Justin Westhoff | idw

Weitere Berichte zu: Schlüsselbein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten