Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Odyssee in den OP

14.11.2002


Klinikalltag in Deutschland: Der Patient sitzt seit über einer Stunde vor dem Behandlungsraum, in dem eine Gewebeprobe entnommen werden soll. Der Histologe am anderen Ende der Klinik könnte sie bereits jetzt untersuchen, hätte sie der Fahrdienst rechtzeitig geliefert. Die behandelnde Ärztin wiederum bräuchte möglichst schnell den histologischen Befund, um die weitere Vorgehensweise zu planen. Fazit: Mit einer verbesserten Logistik ließen sich Wartezeiten im Klinikalltag verkürzen und vorhandene Kapazitäten gleichmäßiger auslasten.

... mehr zu:
»KIS »OptiTrans

Eine Software für solche Probleme heißt OptiTrans. Seit Anfang dieses Jahres wird sie in einem zweijährigen Projekt von Wissenschaflern am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern entwickelt. An der Uniklinik Homburg, in der täglich bis zu 400 solcher Transporte anfallen, haben Dr. Michael Eley und Dr. Stefan Nickel, Leiter der Abteilung Optimierung, die aktuelle Situation im Computer analysiert. Dabei berücksichtigten sie die Transportdaten der Patienten, zurückgelegte Entfernungen, die verfügbaren Mitarbeiter und Transportmittel bis hin zu Einbahnstraßen auf dem Klinikgelände. »Die aufgenommene Situation glich beinahe einer Odyssee«, erinnert sich Eley. »In Simulationen rekonstruierten wir dann die gefahrenen Strecken. Die verschiedenen Strategien und Abläufe der Auftragsvergabe haben wir im Computermodell durchgespielt und optimiert.«

OptiTrans erfasst alle anfallenden Transportaufträge und die freien Kapazitäten. Daraus bestimmt das Programm immer den Mitarbeiter, der gerade am besten in den Ablauf passt und vergibt an ihn den nächsten Auftrag. So werden Leerfahrten vermieden und der Patient kommt pünktlicher zum nächsten Termin. Das Klinikpersonal und teure Untersuchungsgeräte werden gleichmäßiger ausgelastet. »Eine vergleichbare Software gibt es für den Klinikbereich bis jetzt nicht«, betont Eley. »Weitere Abläufe können aufgenommen werden, denn das Programm ist so angelegt, dass es sich leicht in bestehende Krankenhausinformationssysteme (KIS) integrieren lässt.«


Das ITWM arbeitet eng mit der SIEDA GmbH in Kaiserslautern zusammen, einem Partner des Unternehmens GWI AG, das über langjährige Erfahrung in der Entwicklung solcher KIS verfügt. Gefördert wird das Projekt von der »Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation«. Vom 20. bis 23. November wird OptiTrans auf der Messe MEDICA in Düsseldorf vorgestellt - in Halle 16 am Stand H05 / 06.

Ansprechpartner
Dr. Michael Eley
Telefon 06 31 / 2 05-44 70
Fax 06 31 / 2 05-41 39

Dr. habil. Stefan Nickel
Telefon 06 31 / 2 05-44 58

Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
Gottlieb-Daimler-Straße,
Gebäude 49
67663 Kaiserslautern

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.itwm.fraunhofer.de/
http://www.itwm.fhg.de/opt/projects/optitrans.html
http://www.medica.de/

Weitere Berichte zu: KIS OptiTrans

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena

24.02.2017 | Bildung Wissenschaft

Stachellose Bienen lassen Nester von Soldatinnen verteidigen

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie