Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen erhöht Schizophrenie-Risiko

13.11.2002


Nogo-Variante in Durchschnittsbevölkerung entdeckt



Forscher der University of Toronto haben laut eigenen Angaben das erste "Risikogen" für Schizophrenie entdeckt. Anders als in bisherigen Studien wurde das Gen in der Durchschnittsbevölkerung und nicht in einer spezifischen ethnischen Bevölkerungsgruppe gefunden. Wie die Forscher im Fachblatt Molecular Brain Research berichten, erhöht eine ungewöhnliche Variante des Gens namens Nogo, wenn es von beiden Elternteilen vererbt wird, das Schizophrenie-Risiko.



Die Studie unter der Leitung von Teresa Tallerico zeigte, dass einer von fünf Schizophrenie-Patienten das Risiko-Gen besitzt. 17 von 81 Patienten, also 21 Prozent, hatten die Nogo-Variante von beiden Elternteilen geerbt. Im Vergleich dazu hatten nur drei Prozent der Kontrollgruppe das Gen von beiden Elternteilen vererbt bekommen. Prinzipiell besteht nur dann ein Schizophrenie-Risiko, wenn beide Elternteile die Nogo-Genvariante weitergeben. Die Forscher halten aber fest, dass das Gen kein Diagnose-Tool für Schizophrenie ist, sondern Träger lediglich stärker veranlagt sind, die Krankheit zu entwickeln.

Eine Funktion des Nogo-Gens ist u.a. die Produktion von Proteinen, die das Wachstum von Nervenenden im Gehirn verhindern. Anders als die herkömmliche Nogo-Form besitzt die variante Form in einer Region des Gens, das die Proteinproduktion reguliert, drei zusätzliche chemische Basen. Wie sich herausstellte, ist die Aktivität der Nogo-Gene bei postmortalen Gehirnproben von Schizophrenie-Patienten höher. Möglicherweise führen die Extra-Basen des varianten Nogo-Gens zu einer verstärkten Protein-Produktion, schreiben die Forscher. Dadurch könnte sich die Zahl der Nervenenden in Gehirnregionen, die mit Schizophrenie-Symptomen assoziiert sind, reduzieren, erklärte der Pharmakologe und Psychiater Philip Seeman. Um dies zu bestätigen ist allerdings noch mehr Forschungsarbeit nötig.

Noch sind die Ursachen der Schizophrenie unbekannt. Eine Theorie ist, dass sich in den Gehirnen von Schizophrenie-Patienten das Nervensystem anders entwickelt und dies zu Symptomen wie Halluzinationen und Größenwahnsinn im jungen Erwachsenenalter führt. Die aktuellen Studienergebnisse nähren diese Theorie, resümiert Seeman.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utoronto.ca

Weitere Berichte zu: Gen Schizophrenie Schizophrenie-Risiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften