Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hautkrebs: Impfung besser als Chemotherapie?

28.03.2001


Erstmals wird in einer klinischen Studie die Wirksamkeit einer therapeutischen Impfung gegen Hautkrebs mit dem Effekt der Chemotherapie verglichen. Eingebunden sind insgesamt 240 Hautkrebs-Patienten, bei denen der Tumor bereits Tochtergeschwulste gebildet hat. Die Studie läuft in sechs Unikliniken, darunter auch die Hautklinik der Universität Würzburg.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das vier Jahre dauernde Projekt mit über zwei Millionen Mark. Neben Würzburg sind Unikliniken in Erlangen, Mainz, Mannheim, Münster und Zürich an der Studie beteiligt.

Klinische Studien haben gezeigt, dass bei Patienten mit Schwarzem Hautkrebs (Melanom) eine Impfung wirksam sein kann. Dabei wird die körpereigene Immunabwehr mobilisiert, um die Geschwulst zu vernichten: Die Tumoren hören auf zu wachsen, verkleinern sich oder verschwinden bestenfalls sogar, so eine Mitteilung der Deutschen Krebshilfe. Doch bislang seien erst sehr wenige Krebspatienten geimpft worden. Außerdem fehle es an direkten Vergleichen zu anderen Behandlungsformen.

An der Studie können Melanom-Patienten teilnehmen, gegen deren Metastasen zuvor noch keine anderen Medikamente eingesetzt wurden. Die Hälfte wird mit einer standardisierten Chemotherapie behandelt, die anderen erhalten eine Impfung. Bei der Impfung werden besondere Immunzellen eingesetzt, die individuell auf die Krebspatienten abgestimmt sind.

Diese so genannten dendritischen Zellen spielen im Immunsystem eine herausragende Rolle: Sie nehmen Bruchstücke krankhaft veränderter Zellen auf und präsentieren sie den Abwehrzellen. Diese werden dadurch dazu angetrieben, entartete Zellen im Körper aufzuspüren und zu vernichten.

Die Wissenschaftler isolieren die dendritischen Zellen aus dem Blut der Melanom-Patienten und beladen sie dann mit Eiweiß-Bruchstücken, die nur in Hautkrebszellen vorkommen. So entsteht eine Art "Fahndungsfoto" für die körpereigene Abwehr. Diesen individuellen Impfcocktail spritzen die Mediziner ihren Patienten unter die Haut.

In der Würzburger Universitätshautklinik wird die Grundlagenforschung über dendritische Zellen seit mehreren Jahren gefördert. In ersten Pilotstudien konnte die prinzipielle Wirksamkeit dieses Behandlungskonzeptes bewiesen werden: Die Impfung mit dendritischen Zellen, die zuvor mit Eiweiß-Bruchstücken beladen wurden, führte bei fast allen Patienten zum Auftreten der gewünschten spezifischen Killer-T-Zellen und in vielen Fällen zu einer Stabilisierung der Tumorerkrankung. Bei einigen Patienten verkleinerten sich die Metastasen oder verschwanden sogar - ein großer Behandlungserfolg bei einem Krebsleiden, das bislang als unheilbar gilt.

Weitere Informationen: Dr. Eckhart Kämpgen, Prof. Dr. Eva-BettinaBröcker, Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, E-Mail: 
kaempgen-e.derma@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Chemotherapie Hautkrebs Impfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops