Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großbritannien: Cannabis-Präparate kurz vor Zulassung

05.11.2002


Klinische Versuche bei MS-Patienten sprechen von großen Erfolgen



Cannabis als Medizin soll schon im kommenden Jahr Realität in Großbritannien werden. Die klinischen Versuche, die bereits in der Endphase laufen, geben dem Naturprodukt hervorragende Noten, berichtet BBC-online heute, Dienstag. Das Pharma-Unternehmen GW Pharmaceuticals, das die staatliche Erlaubnis hat die Tests mit Cannabis-haltigen Medikamenten durchzuführen, hatte die Produkte bei Patienten, die an multipler Sklerose leiden, getestet.



Insgesamt wurden in der Testphase III rund 350 MS-Patienten und Menschen, die an anderen Nervenentzündungen litten, getestet. Das Cannabis-Präparat wurde den Patienten als Spray verabreicht. Nach der Gabe der Cannabis-Medizin verbesserte sich der Zustand der Patienten deutlich. Die Probanden litten an einer deutlichen Verminderung von Schmerzen, spastischen Anfällen und Schlafstörungen. "Das neue Präparat zeigt bessere Wirkungen als andere auf dem Markt befindlichen Produkte", zeigt sich Philip Robson, medizinischer Direktor von GW überzeugt. Insbesondere die neuralgischen Schmerzen bereiteten den Medizinern bisher immer Kopfzerbrechen, da herkömmliche Medikamente diese nur schwer oder unzureichend lindern konnten. Auch GW-CEO Geoffrey Guy zeigt sich nach Angaben von BBC positiv überrascht von der Wirkung des Präparats. "Die Ergebnisse haben die Erwartungen übertroffen", so Guy.

GW Pharmaceuticals hat in einer eigenen Zuchtanstalt, die sich an einem geheimen Ort in England befindet, 40.000 Cannabis-Pflanzen kultiviert. Nach dem Zulassungsverfahren, das Anfang 2003 von der britischen Medicines Control Agency erledigt sein soll, will das Pharmaunternehmen das fertige Medikament auf den Markt bringen. Dieses soll dann Mitte kommenden Jahres bereits erhältlich sein. Die britische Regierung hatte schon vorher mitgeteilt, dass im Falle eines positiven Abschneidens der Versuche der Zulassung des Cannabis-Präperates nichts im Wege stehen soll.

GW Pharmaceuticals hat angekündigt, dass es eine Reihe anderer Pharma-Unternehmen gibt, die Interesse daran zeigen, Cannabis-Präparate zu lizensieren. Die Studien mit dem natürlichen Cannabinoid, dem aktiven Wirkstoff im Cannabis, wurden von der MS-Society begrüßt. Im Vorfeld der Cannabis-Forschung hat es immer wieder Äußerungen von Politikern und Meinungsbildnern gegeben, die den Wirkstoff verdammt haben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://marijuana-as-medicine.org
http://www.acmed.org
http://www.gwpharm.com

Weitere Berichte zu: Cannabis-Präparat Multiple Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung