Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserte Diagnose von kleinen Tumoren durch neues Kombinationsgerät

04.11.2002


Erheblich verbesserte diagnostische Möglichkeiten bei Krebserkrankungen verspricht ein Gerät, das jetzt die Klinik für Nuklearmedizin gemeinsam mit der Radiologischen Klinik der Universität Bonn in Betrieb nahm. Es handelt sich um die Kombination eines Positronen-Emissions-Tomographen (PET) mit einem Röntgen-Computer-Tomographen. Die Untersuchung kann so gemeinsam in einem Arbeitsgang erfolgen.



Das Kombinationsgerät kann Tumoren bereits in einem erheblich früheren Stadium entdecken. Bonn ist der dritte Standort in Deutschland, der dieses Gerät erhält.

... mehr zu:
»Nuklearmedizin »PET


Da bösartige Tumoren aufgrund ihres vermehrten Stoffwechsels einen erhöhten Zuckerbedarf haben, wird radioaktiver Zucker vermehrt im Tumorgewebe angereichert. Die PET kann diese Zuckeranreicherung im Tumor nachweisen und bildlich darstellen. Das - sehr empfindliche - Verfahren kann aber lediglich Tumoren nachweisen, die mindestens 5 bis 6 Millimeter groß sind. Mit der Computertomographie (CT) können dagegen Veränderungen im Größenbereich von 1 bis 2 Millimeter nachgewiesen werden. Das Kombinationsgerät vereint die hohe Sensitivität der PET mit der besseren Auflösung der CT. Werden beide Untersuchungen an unterschiedlichen Geräten durchgeführt, so ist die Zuordnung des CT-Befundes zum PET-Befund nur ungenau möglich. Das neue Verfahren erlaubt es nun, den angereicherten radioaktiven Zucker direkt der Gewebestruktur zuzuordnen. Damit können auch bösartige Veränderungen in sonst normal erscheinenden Strukturen wie beispielsweise Lymphknoten erfasst werden. Außerdem versprechen sich die beiden Kliniken durch ihre Kooperation eine verbesserte Patientenversorgung. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Untersuchung im stationären sowie vor- und nachstationären Bereich.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zunächst nur sechs derartige Geräte deutschlandweit befürwortet. Nach Essen und Ulm erhält Bonn als dritter Standort das neue PET-CT. Die drei Zentren wollen nun gemeinsame Untersuchungen durchführen, um das neue Verfahren mit den herkömmlichen Diagnose-Methoden zu vergleichen. Die Bonner Mediziner wollen zudem neue Kontrastmittel für die Tumordiagnostik testen, inwieweit sie für den klinischen Einsatz geeignet sind.

Die Kombination des PET/CT-Geräts mit dem an der Radiologischen Klinik seit Anfang des Jahres verfügbaren Hochfeld-Magnetresonanz-Tomographen eröffnet weitere Perspektiven. So wollen die Wissenschaftler prüfen, ob durch die Kombination der Daten Voraussagen über die Wirksamkeit von Strahlentherapien möglich sind. Auch hier kommen neue Radiopharmaka zum Einsatz, die gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich erprobt werden. Weitere Forschungsprojekte - beispielsweise zur Diagnose von Prostatakarzinomen, Hautkrebs und Kopf-Hals-Tumoren - sind geplant.

Auch in der Hirnforschung soll das Gerät eingesetzt werden. Gemeinsam mit den Kliniken für Neurologie und Psychiatrie sowie dem Pharmazeutischen Institut ist es gelungen, neue Testpräparate zu entwickeln, die an bestimmte Rezeptoren für Botensubstanzen im Gehirn "andocken". Erste Untersuchungsergebnisse von Alzheimer-Patienten liegen bereits vor. Ziel dieser Untersuchungen ist es, bestimmte Rezeptoren exakt zu lokalisieren und ihre Beeinflussung durch Medikamente zu prüfen.

Ansprechpartner:

Professor Dr. Hans-Jürgen Biersack,
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-5180
E-Mail: hans-juergen.biersack@ukb.uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw

Weitere Berichte zu: Nuklearmedizin PET

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie