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Wissenschaftler der Uniklinik testet neue Substanz zur Behandlung von Multipler Sklerose

30.10.2002


In einer neuen klinischen Studie wird derzeit eine neue Substanz zur Behandlung der schubförmigen Verlaufsform von MS getestet. Es handelt sich dabei um einen sogenannten rekombinanten monoklonalen Antikörper gegen Adhäsionsmoleküle. Mit Hilfe dieser Substanz sollen die aktivierten weißen Blutkörperchen, die im zentralen Nervensystem die Entzündungsreaktion bei der Multiplen Sklerose verursachen, daran gehindert werden, überhaupt ins Gehirn oder Rückenmark zu gelangen. Sie verhindert die Wanderung dieser Zellen vom Blutsystem in das Nervensystem.



Die Multiple Sklerose (MS) Ambulanz der Neurologischen Klinik am Essener Universitätsklinikum betreut regelmäßig weit über 1 000 MS-Patienten in Nordrhein Westfalen und ist damit eine der größten MS-Ambulanzen in ganz Deutschland. Neben der klinischen Betreuung der Patienten werden auch Grundlagenforschung, genetische Studien zur Multiplen Sklerose und klinische Studien durchgeführt.



In einer ersten Pilot-Studie in den USA und Kanada reduzierte diese Substanz die neuen MS-Herde im Gehirn von MS-Patienten - diese wurden durch Kernspintomographien sichtbar gemacht - aber auch die Anzahl von MS-Schüben so deutlich, dass die Substanz nun in zwei Studien mit jeweils über 1 000 Patienten weltweit getestet wird. Die zweite der beiden Studien wird weltweit an 115 Zentren, davon allein 13 in der Bundesrepublik, durchgeführt - unter anderem am Universitätsklinikum Essen - und werden etwa bis Ende 2004 laufen. Sofern das Ergebnis dieser Studien ebenfalls positiv ausfällt, könnte mit einer Zulassung der Substanz etwa gegen Ende 2005 gerechnet werden.

Weitere Informationen:

Dr. med Volker Limmroth
Telefon 0201-72351-76

Monika Roegge | idw

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