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"Estren" gegen Knochenschwund im Test

25.10.2002


Synthetischer Wirkstoff bereits als Alternative zur Hormontherapie gehandelt



US-Forscher haben ein Mittel gegen Knochenschwund (Osteoporose) entwickelt, welches das Krebsrisiko nicht erhöht. Sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren konnte die neue Substanz die Stärke und Dichte der Knochen auch im fortgeschrittenen Alter erhalten. Bestätigen sich diese Vorteile beim Menschen, könnte dies eine zukünftige Alternative zur umstrittenen Hormontherapie mit Progesteron und Ostrogen bei Frauen in den Wechseljahren und mit Androgen bei älteren Männern werden. Die Reproduktionsorgane werden durch die synthetische Substanz "Estren" nicht geschädigt.



Die Entdeckung von Forschern der (UAMS) kommt gerade zum rechten Zeitpunkt, da in jüngster Zeit die Hormonersatztherapie (Östrogen-Progesteron-Kombinationen) zunehmend unter Beschuss geraten ist. Eine Hormontherapie biete zwar einen Knochenschutz für Frauen, soll aber das Risiko von Brust- und Gebärmutterkrebs erhöhen. Laut Studienleiter Stavros C. Manolagas sei dies bei Estren nicht der Fall.

Estren zählt zur Gruppe von Substanzen, die in der Fachsprache als ANGELS "Activators of Non- Genomic Estrogen-Like Signaling" (übersetzt: Substanz zur Anregung nichtgenomischer östrogenartiger Signale) bezeichnet wird. Dies bedeutet, dass sich die Substanz auf den "nicht-genotrophen" Einfluss beschränkt und nicht wie Östrogen neben Knochenzellen auch das reproduktive Gewebe in der Gebärmutter und die weibliche Brust beeinflusst. Dieser "nicht-genotrophe" Einfluss fördert das Knochenwachstum, da es das Leben Knochen bildender Zellen (Osteoblasten) verlängert und die Lebensdauer der Knochen abbauenden Osteoclasten verkürzt.

Ein Vorteil ist laut Manolagas zudem, dass Estren auch Männer vor einem Knochenschwund bewahren könnte. Die Prostata müsste wegen eines Krebsrisikos nicht entfernt werden, ebensowenig müssten Substanzen gegen das tumorfördernde männliche Hormon Androgen eingenommen werden. "Die Therapie könnte damit geschlechtsneutral sein. Dadurch schlägt sich ein ganz neue Seite in der Pharmakologie auf", betonte der Forscher.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uams.edu

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