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Erfolgreiche Kampagne gegen Blindheit in Kenia

21.10.2002


Aufklärung und einfache Methoden: Trachoma-Infektionen halbiert



Innerhalb von ein paar Jahren hat die Augenkrankheit Trachoma in kenianischen Dörfern um die Hälfte reduziert werden können. Grund dafür ist eine Aufklärung der Bevölkerung über Ursache und Wirkung der gefährlichen Krankheit. Diese hat dazu geführt, dass mehr auf die Hygiene bei der Gesichtswäsche geachtet wurde. Das hat nach Angaben von BBC zur Abnahme der Infektionen geführt.



Trachoma ist eine bakterielle Infektion, die zu Augenentzündungen führt. Diese können, wenn sie unbehandelt bleiben zu einer Erblindung führen. Die Erkrankung wird von Bakterien übertragen, die von Fliegen verbreitet werden. Regelmäßige Gesichtswäsche kann die Krankheit verhindern. Vielfach mangelt es aber an sauberem Wasser. Nach Angaben der WHO sind zwischen 40 und 45 Mio. Menschen auf der Welt blind. 90 Prozent davon leben in Entwicklungsländern.

Mores Loolpapit, Entwicklungshelfer der African Medical Research Foundation (AMRF), hat Freiwillige instruiert wie die Trachoma-Krankheit mit einfachen Mitteln bekämpft werden kann. Die Knappheit an sauberem Wasser zum Waschen des Gesichts wurde mit Hilfe einer einfachen "tropfenden Dose" gelöst. Dabei wird in eine Dose ein kleines Loch gestanzt, um mit der wertvollen Ressource Wasser möglichst sparsam umzugehen. "Die Kinder haben sich eines nach dem anderen angestellt, um sich mit dem tropfenden Wasser das Gesicht zu waschen", berichtet Loolpapit. Um das Projekt gegen die Blindheit erfolgreich durchzuführen, braucht der Mediziner die Hilfe von 15 bis 20 Freiwilligen einer Region. Diese werden dann in Workshops unterrichtet wie die Krankheit entsteht und was man dagegen machen kann. "Wir haben den Helfern sogar erklärt wie sie Trachoma diagnostizieren können und welche Folgen eine Infektion hat", so der Mediziner. Mütter in Ortschaften wurden instruiert, dass sie mit Hilfe von Glasperlen die Zahl der Infektionen in der Umgebung erheben. "Eine rote Perle bedeutet, dass ein Fall von Trachoma-Infektion aufgetreten ist, eine blaue bedeutet, dass untersucht wurde und keine Infektion vorhanden ist", so Loolpapit. Mit Hilfe dieser Methoden ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Zahl der Infektionen von 60 Prozent auf 30 bis 35 Prozent zu reduzieren.

Probleme bereiten den Wissenschaftlern aber die nomadischen Lebensumstände einiger Stämme und das fehlende Geld, um das Programm auszuweiten. "Es ist kein Problem die Krankheit zu eliminieren. Den Organismus auszurotten, ist hingegen unmöglich", meint Loolpapit.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk

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