Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knochenschwund ist kein Schicksal - Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober

17.10.2002


Knochenschwund wird immer noch unterschätzt - so bleiben rund die Hälfte aller Fälle unerkannt bis es zu den ersten Brüchen kommt



Derzeit ereignet sich in der Europäischen Union alle 30 Sekunden ein Knochenbruch aufgrund von Osteoporose. Die Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen sind katastrophal. Um auf die weltweiten Missstände hinzuweisen und ein Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen, hat die Welt Gesundheitsorganisation WHO den 20. Oktober zum Welt-Osteoporose-Tag erklärt. An diesem Tag finden in vielen Ländern Informationsveranstaltungen für Mediziner, Therapeuten, Pflegepersonal sowie Betroffene und Interessierte statt.

... mehr zu:
»Knochenschwund »OST »Osteoporose


Rechtzeitig zum Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober gibt es jetzt das Osteoporosis Self-Assessment-Tool (OST). Anhand von zwei Parametern können Frauen jetzt ihr persönliches Erkrankungsrisiko abschätzen.

Durch eine einfache Methode können Frauen jetzt selbst feststellen, ob ihr Arzt eine Osteoporose-Untersuchung einleiten sollte. Denn alleine durch Alter und Körpergewicht kann bereits eine erste Einschätzung des Erkrankungsrisikos vorgenommen werden. Ein Beispiel: Eine Mittfünfzigerin, die zwischen 70 und 74 Kilo wiegt, hat nur ein geringes Risiko an Knochenschwund zu erkranken. Eine Knochendichtemessung auf Verdacht ist bei ihr nicht notwendig, sofern sie nicht andere Risikofaktoren, wie z.B. eine langfristige Cortisonbehandlung oder eine familiäre Vorbelastung, aufweist. Eine 65-jährige, die nur 55 Kilo auf die Waage bringt, sollte auf jeden Fall die Knochendichte überprüfen lassen. Als Faustregel gilt, dass das Körpergewicht (in Kilogramm) nicht geringer als das Alter sein darf.

Wie eine im Juli dieses Jahres in den Mayo Clinic Proceedings veröffentlichte Studie nachweist, ist die Aussagekraft des OST sehr groß. Eine Knochendichtemessung bei Probandinnen aller drei definierten Risikogruppen ergab, dass innerhalb der Gruppe mit einem nach OST hohem Erkrankungsrisiko bereits 57 Prozent der Frauen eine fortgeschrittene Osteoporose aufwiesen. Bei den Frauen mit mittlerem Risiko waren es bereits deutlich weniger Fälle und bei jenen mit einem niedrigen Risiko nur vier Prozent.

Das OST kann keine ärztliche Diagnose ersetzen. Statt dessen soll für die immer noch unterschätzte Krankheit sensibilisiert werden. Denn der Abbau der Knochenmasse ist kein Schicksal. Auch manche Mediziner unterschätzen diese chronische Skeletterkrankung und sehen sie als normale Folge des Alterns an. In Deutschland leiden schätzungsweise sechs Millionen Menschen an Osteoporose. Nur 1,2 Millionen von diagnostizierten 2 Millionen werden therapiert. Die Gesamtkosten der Behandlung der Osteoporose betragen in Deutschland drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr. Diese Kosten können erheblich reduziert werden, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und vor allem gezielt behandelt wird. Denn es gibt Medikamente, die den weiteren Abbau von Knochenmasse wirksam verhindern. "Wir haben heute hoch wirksame Präparate, wie etwa das Bisphosphonat Fosamax, mit der die Lebensqualität der Patienten langfristig gesichert wird. So muss es nicht mehr zu ernsthafteren Knochenbrüchen kommen", sagt Prof. Dr. Reiner Bartl, Leiter der osteologischen Ambulanz am Universitätsklinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Eine standardisierte Vorsorgeuntersuchung und eine effektive Therapie mit modernen Medikamenten würde nebenbei auch noch Geld einsparen helfen. Denn die Krankenkassen investieren dann in eine gezielte Therapie, statt immer wieder in aufwendige Reparaturen komplizierter Knochenbrüche, vom Leidensweg der Patienten einmal ganz abgesehen", so Bartl weiter.

weitere Informationen:

fischerAppelt Kommunikation GmbH
Esther Bock v. Wülfingen
Tel.: 040/899 699-965
Fax: 040/899 699/910
E-Mail: eb@fischerAppelt.de

MSD SHARP & DOHME GMBH | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.who.int

Weitere Berichte zu: Knochenschwund OST Osteoporose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Preiswerte Katalysatoren finden und verstehen: Auf das Eisen kommt es an

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten

24.03.2017 | Medizintechnik

Innovationslabor für neue Wege in die digitale Zukunft

24.03.2017 | Förderungen Preise