Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ekzem-Patienten fehlt natürliches Antibiotikum

10.10.2002


Mangel macht atopische-Dermatitis-Betroffene für bakterielle Infektionen sensibel



Menschen, die an einer chronischen Hauterkrankung, der so genannten atopischen Dermatitis (Ekzem), leiden, haben einen Mangel zweier antimikrobieller Peptide. Dieser Mangel macht sie für bakterielle Infektionen der Haut sensibel. Dies berichten Forscher des National Jewish Medical and Research Centers (NJC) im Fachblatt New England Journal of Medicine. Die Ergebnisse deuten an, dass Medikamente, die diese Peptide beinhalten oder induzieren eines Tages zur Bekämpfung der Infektionen, die Mio. Menschen mit einer atopischen Dermatitis (AD) plagen, eingesetzt werden könnten. Schätzungen des NJCs zufolge entwickelt jeder Zehnte im Laufe des Lebens einmal ein Ekzem.



"Die Studie liefert wertvolle Hinweise darüber, warum 90 Prozent der AD-Patienten mit dem Erreger von bakteriellen Infektionen Staphylococcus aureus besiedelt werden und 30 Prozent eine Infektion entwickeln", erklärte Studienautor Donald Leung. Es sei wichtig zu verstehen, warum Menschen mit dieser häufigen Hauterkrankung für Hautinfektionen empfindlich sind. Das Team um Leung konzentrierte sich auf erst kürzlich in der Haut identifizierte Peptide, die eine einsetzende Infektion bekämpfen. Diese Peptide treten kaum in gesunder Haut, aber in Reaktion auf eine Hautentzündung auf. Die Mediziner evaluierten bei acht Patienten mit mäßiger bis schwerer AD, elf Psoriasis-Patienten und sechs gesunden Probanden den Spiegel dieser zwei antimikrobiellen Peptide LL-37 und HBD-2.

Unter dem Mikroskop zeigte sich, dass Psoriasis-Patienten einen signifikanten Anteil der Peptide in der Haut hatten. Die Werte von AD-Patienten gingen gegen Null. Bei gesunden Personen waren die Peptide nicht vorhanden. Im Vergleich hatten Psoriasis-Patienten, die kaum an Hautinfektionen leiden, zehn Mal mehr der Peptide in der Haut als AD-Patienten. Wurden Staphylococcus-aureus-Kolonien mit den antimikrobiellen Peptiden behandelt, zerstörte dies die Bakterien bei Peptidwerten, wie sie bei Psoriasis-Patienten auftreten.

Zudem entdeckten die Forscher, dass zwei hormonartige Proteine IL-4 und IL-13, die mit der Immunreaktion in Verbindung stehen und gewöhnlich von den Hautzellen der AD-Patienten sekretiert werden, die Produktion eines der Peptide (HBD-2) in Zellkulturen unterdrückten. "Dies bedeutet vermutlich, dass AD-Patienten ein schlechtes Immunsystem haben. Dieses hemmt die Bildung adäquater Mengen der antimikrobiellen Peptide in der Haut", erklärte Leung. Der Forscher hofft auf den künftigen Einsatz der Peptide zum Schutz vor Hauterkrankungen bei AD-Patienten. "Der Körper produziert die Peptide natürlicherweise zur Bekämpfung von Infektionen. Daher sind die Nebenwirkungen im Vergleich zu konventionellen Antibiotika geringer", betonte Co-Autor Richard Gallo von der University of California, San Diego. In den nächsten Jahren will man sich der Veränderung des Immunsystems von AD-Patienten widmen, um die Produktion der antimikrobiellen Peptide zu fördern.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.njc.org

Weitere Berichte zu: AD-Patient Antibiotikum Hauterkrankung Infektion Peptid Psoriasis-Patient

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik