Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landkarte funktional bedeutsamer Hirnareale

08.10.2002


Am Klinikum der Universität München - Großhadern wird ab sofort ein Projekt zur funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) von der Bayerischen Forschungsstiftung für den Zeitraum von drei Jahren gefördert.

... mehr zu:
»Areal »Hirnareal »Hirnfunktion

Diese Bildgebungsverfahren gewinnen für die neurochirurgische Operations-Planung immer mehr an Bedeutung. Mit ihrer Hilfe soll es möglich werden, zum Beispiel Hirntumore bei gleichzeitiger optimaler Schonung funktioneller Areale möglichst vollständig zu entfernen.

Das Forschungsprojekt mit einem Gesamtvolumen von 1 Million Euro wird gemeinsam von der Neurochirurgischen Klinik, der Abteilung für Neuroradiologie und der Arbeitsgruppe Neuropsychologie der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation durchgeführt. Als industrieller Forschungspartner konnte die bayerische High-Tech Firma BrainLAB AG aus Heimstetten gewonnen werden. Die BrainLAB AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Navigationssystemen für den chirurgischen Einsatz. Das Endziel des Projekts ist die Verbesserung der Verfahren für die Identifizierung funktional bedeutsamer Hirnareale, so dass Gehirnoperationen schonender und zugleich effizienter durchgeführt werden können.


Funktionelle bildgebende Verfahren wie die fMRT haben das Ziel, die Aktivitätsmuster des Gehirns bei bestimmten Leistungen wie Motorik oder Sprache zu erfassen und somit die an diesen Leistungen beteiligten Hirnareale zu identifizieren. Wenn etwa bekannt ist, welche Hirnareale bei einem Patienten essentiell an sprachlichen Leistungen beteiligt sind, können diese Areale bei der Entfernung von Tumorgewebe geschont werden. Dadurch lässt sich das Risiko, dass beim Patienten nach der Operation Sprachstörungen auftreten, erheblich mindern. Allerdings herrscht bezüglich der funktionellen Bildgebung noch große Unsicherheit darüber, wie zuverlässig diese Bilddaten wirklich sind, also inwieweit sie dem Anspruch genügen, Hirnfunktionen reproduzierbar abzubilden und damit sicher zu lokalisieren. In dem nun beginnenden Projekt am Klinikum der Universität München sollen solche Verfahren zur Funktionslokalisation im Gehirn mittels fMRT zunächst überprüft und im Hinblick auf ihre Zuverlässigkeit optimiert werden. In einem nächsten Schritt wird dann die Gültigkeit der gewonnenen Daten geprüft. Eine hervorragende Möglichkeit hierzu ist die intraoperative Stimulation. Hierbei werden während einer Hirnoperation durch elektrische Reizung der Hirnoberfläche Bewegungen evoziert bzw. Sprachfunktionen kurzzeitig und reversibel gestört, was eine individuelle Kartierung (Mapping) dieser Funktionen ermöglicht. Die präoperativen fMRI-Bilddaten können nun mit diesen Mapping-Daten verglichen werden; dadurch werden Aussagen darüber möglich, ob die funktionelle Bildgebung wirklich das misst, was sie zu messen vorgibt. Eine wichtige Hilfe bei dieser Vorgehensweise bieten dreidimensional arbeitende Navigationssysteme, die den momentanen "Arbeitsort" des Neurochirurgen am Gehirn in Echtzeit auf die individuelle Hirnanatomie und die funktionellen fMRI-Daten abbilden und die Lokalisationsgenauigkeit entscheidend erhöhen. Durch die Integration der Information über Hirnfunktionen in die Navigationssysteme können diese Funktionen intraoperativ geortet und geschont werden.

Rückfragen an:
Dr. Josef Ilmberger
Telefon 089-7095-7095

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Areal Hirnareal Hirnfunktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften