Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medikamente finden Weg in Gehirnstamm

04.10.2002


Blut-Hirn-Schranke macht Behandlung von Tumoren in diesem Bereich schwierig

Wissenschaftlern des US-National Institute of Neurological Disorders and Stroke ist es gelungen, Medikamente zum Gehirnstamm (Truncus cerebri) zu befördern. Der Gehirnstamm, der sich am Beginn des Rückenmarks befindet, gilt als extrem schwer zu erreichen. Die komplexe Struktur spielt für viele lebenswichtige Funktionen wie Atmung und den Herzschlag eine wichtige Rolle. Er ist auch Sitz des Bewusstseins. Die in diesem Bereich auftretenden Tumore so genannte Gehirnstamm-Gliome sind für zehn Prozent aller Gehirntumore bei Kindern verantwortlich. Der Durchbruch weckt Hoffnung für die Behandlung von Tumoren und anderen Krankheiten des Gehirnstamm, schreibt das Institut.

Blutgefäße, die den Gehirnstamm versorgen, sind mit einer Schutzschicht umhüllt, was die Behandlung von Tumoren mit bestehenden Techniken in dieser Region schwierig macht. Diese Blut-Hirn-Schranke hält schädliche Substanzen von der Beschädigung des Gewebes des Gehirnstamms ab. Dies hat zur Folge, dass mehr als 90 Prozent der Kinder mit Gehirnstamm-Gliomen innerhalb von 18 Monaten nach der Diagnose sterben.

Das US-Team verwendete eine am Institut entwickelte Technik ("convection-enhanced delivery", CED), um ein Markermolekül zum Gehirnstamm zu transportieren und verfolgte dessen Fortschreiten mit moderner Bildtechnologie. CED nutzt geringe Druckunterschiede, damit eingedrungene Moleküle durch festes Gewebe fließen. Dies ermöglicht Molekülen mit größerem Molekulargewicht, wie diese auch für Medikamente verwendet werden, in den Gehirnstamm vorzudringen. Das Team unter der Leitung von Russel Lonser führte bereits erste Tests mit dem Markermolekül Gd-Albumin bei Ratten und Affen durch. Die Moleküle verteilten sich im Gehirnstamm in ähnlichem Maßstab, wie er für die Behandlung einer Krankheit notwendig ist. Für Tests am Menschen stehen jedoch noch umfassende Studien aus.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.ninds.nih.gov/

Weitere Berichte zu: CED Gehirnstamm Gewebe Markermolekül Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik