Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs fördernde Reaktion in Chips und Pommes frites nachgewiesen

01.10.2002


Alternative Wege in der Lebensmittelherstellung gesucht

... mehr zu:
»Acrylamid »Aminosäure »FDA

Forscher der University of Reading und Leeds haben entdeckt, wie der krebserregende Stoff Acrylamid in Nahrungsmitteln gebildet wird. Demnach soll Acrylamid in Lebensmitteln wie Kartoffelchips, Pommes Frites und Brot dann entstehen, wenn die in stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln und Getreide vorkommende Aminosäure Asparagin gemeinsam mit dem Zucker Glukose bei hoher Temperatur gebacken bzw. gebraten wird.

Sowohl Asparagin als auch Glukose kommen natürlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, so die University of Reading in einer Aussendung. Die Reaktion des Zuckers mit der Aminosäure ist auch für die Farbe und den Geschmack des gekochten Nahrungsmittels verantwortlich. Die Reaktion wird in der Fachsprache als Maillard-Reaktion bezeichnet. Die Bildung von Acrylamid setzt selbst bei moderaten Temperaturen von über 100 Grad Celsius ein. Das Forscherteam schließt, dass die Acrylamid-Bildung ein unvermeidbarer Prozess ist. Sie wollen die Forschungsarbeit fortsetzen, um nach Wegen zu suchen, den Acrylamid-Wert in Nahrungsmitteln durch die Kontrolle des Kochprozesses oder die Auswahl der Rohprodukte zu minimieren. Auch die kanadische Regierung hat Lebensmittel-Produzenten angehalten, die Acrylamid-Werte durch alternative Herstellungsverfahren zu senken.


Bereits im Frühjahr haben schwedische Forscher Aufmerksamkeit mit der Behauptung erregt, dass hohe Konzentration möglicherweise krebserregender Substanzen in Nahrungsmitteln des täglichen Lebens vorhanden sind und eine Acrylamid-Gefahr bergen. Die schwedischen Ergebnisse wurden im Juni von den Regierungen Norwegens, Großbritanniens und der Schweiz bestätigt. Auch die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Ergebnis mit Vertretern von Verbraucherorganisationen und der Lebensmittelindustrie diskutiert. Die FDA betont, dass Acrylamid bislang nur ein vermutetes Karzinogen ist und testet bereits einige hunderte Nahrungsmittel auf den Gehalt von Acrylamid. Ungewiss bleibt, ob nach dem Ende der Tests im nächsten Jahr, die Öffentlichkeit darüber informiert wird, welche Marken das meiste Acrylamid enthalten.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.rdg.ac.uk/
http://www.fda.gov/

Weitere Berichte zu: Acrylamid Aminosäure FDA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise