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Durchbruch in der hormonellen Brustkrebs-Therapie

01.10.2002


Brustgewebe


Gutartiger Tumor


Onkologen beurteilen die Ergebnisse der ATAC-Studie positiv


Fachkreise beurteilen die Studien-Ergebnisse mit Anastrozol in der hormonellen Therapie beim Brustkrebs im Frühstadium positiv.1 Die erste Zwischenauswertung der ATAC-Studie (Arimidex®, Tamoxifen Alone or in Combination) eröffnet neue Perspektiven zur weiteren Optimierung der Behandlung von Brustkrebs nach der Menopause.

Am 18. UICC-Krebs-Kongress (Union Internationale Contre le Cancer) in Oslo wurde Anastrozol als Durchbruch der hormonellen Behandlung vorgestellt und in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet wurden erste Zwischenergebnisse der ATAC-Studie von den Fachärzten ebenfalls sehr positiv beurteilt.


«Die Resultate in der ersten Analyse der ATAC-Studie sind ermutigend und diese Ergebnisse könnten für die Brustkrebs-Behandlung so signifikant sein, wie die Resultate, welche vor beinahe 20 Jahren mit Tamoxifen beobachtet wurden.»1

Der Aromatasehemmer Anastrozol zeigte gegenüber dem Goldstandard Tamoxifen zahlreiche Wirksamkeits- und Verträglichkeitsvorteile bei der Behandlung von Frauen nach den Wechseljahren mit einem Brustkrebs im Frühstadium.1

Die Bedeutung der Früherkennung

Dank Früherkennung und moderner Zusatzbehandlung nach der Erstoperation haben sich die Aussichten für erkrankte Frauen verbessert.2 Allgemein gilt: Je früher der Tumor in der Brust erkannt wird, desto wirkungsvoller sind die Therapien.2

Brustkrebs ist in der Schweiz bei weitem die häufigste Krebserkrankung der Frau. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. So sind in der Schweiz jedes Jahr über 4’000 Frauen neu betroffen. Ungefähr jede zehnte Frau in Westeuropa erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Dank Früherkennung und wirksamer Behandlung ist die Mortalitätsrate seit 1989 anhaltend rückläufig.2 Chirurgie und Zusatzbehandlungen

Die operative Entfernung des Tumors ist bei Brustkrebs der erste, wichtigste und auch effektivste Teil der Behandlung. Wenn möglich wird heute anstelle der psychisch und körperlich belastenden Brustamputation eine brusterhaltende Operation durchgeführt.2 Bei einer Vielzahl der betroffenen Patientinnen kann damit auch das Tumorgewebe vollständig entfernt werden. Um die lokale Kontrolle zu garantieren, wird im Anschluss an die Operation eine Bestrahlung der Brust vorgenommen. Bei kleinen Tumoren ohne Nachweis von Lymphknotenmetastasen reduziert sich die Radiotherapie auf ein kleines Brustfeld. Sie ist dadurch gut verträglich. Die Wirkung der Radiotherapie kann durch eine zusätzliche medikamentöse Therapie, z.B. mit hormonellen Substanzen, weiter verbessert werden.2

"Brustkrebs"



Verbesserte Behandlungserfolge beim Brustkrebs im Frühstadium

Für die Hormonbehandlung des Brustkrebses im Frühstadium wurde bis anhin das Antiöstrogen Tamoxifen erfolgreich eingesetzt. In einer grossen internationalen Studie (ATAC) mit über 9’300 Patientinnen, welche die Wechseljahre bereits hinter sich hatten, wurde das bewährte Tamoxifen nun gegen das neuere Anastrozol untersucht. Anastrozol gehört zur Gruppe der Aromatasehemmer und ist damit ebenfalls ein Hormonpräparat. Damit Brustkrebszellen wachsen und sich vermehren können, brauchen sie normalerweise weibliche Sexualhormone, die Östrogene. Anastrozol blockiert als Aromatasehemmer ein Enzym, welches bei Frauen nach den Wechseljahren für die Östrogenbildung verantwortlich ist. Dadurch werden die Östrogenspiegel im Blut auf ein Minimum gesenkt.

Die Resultate der ersten Analyse der ATAC-Studie wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet publiziert und sorgten für grosses Aufsehen1. Es zeigte sich nämlich, dass Anastrozol wirksamer als Tamoxifen ist. Anastrozol ist damit das erste Hormonpräparat, das bei Patientinnen, welche die Wechseljahre bereits hinter sich haben und an einem hormonrezeptorpositiven Brustkrebs im Frühstadium leiden, der Standard-Therapie Tamoxifen überlegen ist. So war die krankheitsfreie Überlebenszeit bei den mit Anastrozol behandelten Patientinnen nach einer medianen Beobachtungsdauer von 33.3 Monaten signifikant länger als bei den Patientinnen, die Tamoxifen erhalten hatten. Darüber hinaus war das Risiko für einen Rückfall unter der Therapie mit Anastrozol im Vergleich zu Tamoxifen um 17 Prozent geringer.1

Anastrozol Therapie reduziert Risiko für Zweit-Tumor in gesunder Brust

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines zweiten Tumors in der anderen, bisher gesunden Brust war bei den mit Anastrozol behandelten Patientinnen sogar um 58% vermindert gegenüber denjenigen der Tamoxifen-Gruppe. Darüber hinaus war in der ATAC-Studie die Häufigkeit von vaginalen Blutungen unter der Therapie mit Anastrozol deutlich geringer als unter der Behandlung mit Tamoxifen, und auch Venenthrombosen und Hitzewallungen traten bei den mit Anastrozol behandelten Patientinnen im Vergleich zu denjenigen der Tamoxifen-Gruppe signifikant weniger oft auf. Ebenfalls wichtig ist das verglichen mit Tamoxifen geringere Auftreten von Gebärmutterkrebs unter Anastrozol. Demgegenüber war das Risiko für Gelenkschmerzen sowie für Knochenbrüche, welche bei Frauen nach den Wechseljahren altersgemäss vermehrt vorkommen, unter der Therapie mit Anastrozol höher als unter der Behandlung mit Tamoxifen.1 Aufgrund dieser Wirksamkeits- und Verträglichkeitsvorteile gegenüber Tamoxifen sehen viele Onkologen in Anastrozol einen Durchbruch bei der Behandlung des hormonrezeptorpositiven Brustkrebses im Frühstadium bei Frauen nach den Wechseljahren.

Anastrozol ist zur Zeit in der Schweiz zur Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen zugelassen. Bisher wurde die Zulassung zur Anwendung in der adjuvanten Therapie beim postmenopausalen Brustkrebs im Frühstadium in Japan, Belgien, Neuseeland, Mexiko, Luxemburg und in den USA erteilt. Registrierungen für diese Indikation in weiteren Ländern sind in Bearbeitung und werden noch im 2002 erwartet.

Sandra Brüschweiler | pte.online

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