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Wie gefährlich sind Hormone?

30.09.2002


Nicht alle hormonellen Substanzen gehören in den gleichen Topf!

Die jüngsten, ernüchternden Resultate von Untersuchungen über die Wirkungen von Östrogenen als Mittel zur Senkung des Infarkt- und des Osteoporose-Risikos bei Frauen über 50 haben zu einer Medien-Debatte geführt, in deren Rahmen von der Fachwelt sehr kontroverse Stellungnahmen abgegeben wurden. Während die einen Ärzte einer Dauermedikation mit entsprechenden Substanzen das Wort redeten, warnten andere eindringlich vor jeder Verwendung hormonhaltiger Präparate. Die Äußerungen Letzterer - verbunden mit dem Hinweis auf hohe gesundheitliche Gefährdungen - haben in Konsumentenkreisen denn auch zu einzelnen Panikreaktionen geführt.

So wurde die Redaktion der Gesundheitsnews, in deren Verlag zwei Dokumentationen über das "Schlafhormon" Melatonin und das Prohormon DHEA erschienen sind, zeitweise mit Anrufen verunsicherter Konsumentinnen und Konsumenten bestürmt. In einer Stellungnahme hält die Gesundheitsnews-Redaktion fest, dass sich Melatonin und DHEA - die in den USA als Nahrungssupplemente frei erhältlich sind - in entscheidenden Aspekten von den Sexualhormonen Östrogen und Testosteron unterscheiden. Während letztere im Verdacht stehen, bei mehrjährigem Dauergebrauch die Entstehung von Brust- und Hodenkrebs zu begünstigen, seien bei letzteren keine potenziell gefährlichen Nebenwirkungen bekannt.

Insbesondere Melatonin, welches in den USA seit nahezu einem Jahrzehnt millionenfach konsumiert wird und für viele eine sanfte Alternative zu den potenziell gefährlichen Schlafmitteln auf Benzodiazepin-Basis darstellt, hat bislang keinerlei Effekte gezeigt, die eine weitere Blockierung der Substanz durch europäische Gesundheitsbehörden rechtfertigen würden.

Auch das - mittlerweile ebenfalls millionenfach eingenommene - Dehydroepiandrosteron DHEA erregt bislang bei vernünftiger Dosierung keinen Verdacht auf substanzielle Unverträglichkeiten. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass DHEA nicht ein wirkungsdefiniertes Hormon, sondern ein als "Prohormon" bezeichneter hormoneller Grundstoff ist, aus dem sich der Körper einen Teil seines Hormonbedarf selbst bildet. DHEA ist somit eher mit den Phytoestrogenen vergleichbar, wie sie in geringen Mengen in verschiedenen Pflanzen - so beispielsweise Soja und Maca - enthalten sind und dem Körper als Grundstoff zur Hormonbildung dienen.

Allerdings sollten hormonelle Substanzen wie Melatonin und DHEA, die in manchen Ländern Europas nach wie vor nicht erhältlich sind, nicht undifferenziert beschafft und konsumiert werden. Denn auch bei diesen Präparaten spielt die Qualitäts-, Reinheits- und Sicherheitsfrage eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer sich über Fragen der Qualität, des Marktes und der Beschaffung kundig machen will, erhält einige produktneutrale Informationen in deutscher, französischer und englischer Sprache auf der amerikanischen Homepage www.supplement-info.org/.

Wichtig ist aber auch, sich vor Einkauf und Konsum entsprechender Supplemente eingehend über deren Wirkung, Einnahme und Nutzen zu informieren. Entsprechende Informationen enthalten die beiden Dokumentationen "Melatonin" und "DHEA" (Erhältlich gegen Einsendung einer 5-Euro-Note an die Redaktion Gesundheitsnews, CH-5415 Nussbaumen) sowie das Werk "Nahrungsergänzungsmittel - Mode-Erscheinung oder Weg zu besserer Gesundheit und längerem Leben?", erschienen in den PRK-Editionen Rotkreuz, 320 Seiten Paperback, Euro 26.20, ISBN 3-907-647-00-9. Erhältlich im Buchhandel.

Beat René Roggen | pte.online

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