Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reformen drohen Managementressourcen in Krankenhäusern zu überfordern

18.09.2002


Veränderungsmanagement als neue Herausforderung für die Gesundheitswirtschaft - IAT-Projekt unterstützt Krankenhäuser

Wachsender Kostendruck und steigende Leistungsanforderungen verlangen Krankenhäusern in Deutschland seit mehreren Jahren intensive Modernisierungsanstrengungen ab. Mit Einführung des Fallpauschalengesetzes und den Anforderungen von Qualitätszertifizierungen kommen zur Zeit neue Herausforderungen auf die Krankenhäuser zu, die zu massiven Organisationsveränderungen führen. "Das Management der damit verbundenen Veränderungsprozesse bindet mittlerweile so viel Zeit, dass leitende Ärzte, Pflegedienstleitungen und Verwaltungsleitungen gleichermaßen an ihre Grenzen stoßen", so Stephan von Bandemer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität am Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen). Neben der eigentlichen Aufgabe der Patientenversorgung wird immer mehr Zeit für das Krankenhausmanagement benötigt. Das Veränderungsmanagement wird damit zu einem für die Krankenhäuser kritischen Erfolgsfaktor.

Die Einführung der Fallpauschalen verlangt eine vollständige und präzise Erfassung aller Diagnosen, eine komplette Umstellung des Rechnungswesens und die Organisation der Anschlussversorgung bei verkürzten Liegezeiten. Bei der gleichzeitig erwarteten Zertifizierung nach dem für Krankenhäuser Anfang des Jahres eingeführten Verfahren von KTQ (Kooperation und Transparenz für Qualität im Krankenhaus) sind Abläufe neu zu organisieren, die Dokumentation zu verbessern, die Qualifizierung auszubauen, und die Qualität zu dokumentieren. Disease-Managementprogramme verlangen den Aufbau einer einrichtungsübergreifenden abgestimmten kontinuierlichen Versorgung insbesondere chronisch kranker Patienten. Gleichzeitig wachsen die Personalkosten schneller als die Vergütung der Häuser.

Ohne ein systematisches Veränderungsmanagement werden viele Häuser an den Anforderungen scheitern. Die vielfach erfolgende Einstellung von Medizincontrollern und Qualitätsbeauftragten kann die Probleme nicht allein lösen. Notwendig ist vielmehr eine neue Ausrichtung des gesamten Managements der Krankenhäuser an einer systematischen Organisationsentwicklung, die auch künftige Anforderungen gezielt aufgreift und in die Organisation des Krankenhauses umsetzt.

Vier zentrale Anforderungen muss ein solches Veränderungsmanagement erfüllen: Die unterschiedlichen Anforderungen und Entwicklungen müssen in den Einrichtungen inhaltlich und organisatorisch gezielt und systematisch aufeinander abgestimmt werden, um bei der Organisationsentwicklung von Synergien zu profitieren und ein integriertes Management zu erreichen. Zweitens müssen die Beschäftigten auf breiter Basis an dem Veränderungsprozess beteiligt werden, um genügend Ressourcen und Akzeptanz zu mobilisieren. Drittens ist ein systematisches Projektmanagement erforderlich, das Verbindlichkeiten bei der Umsetzung mit der Abstimmung der Maßnahmen und dem Projektcontrolling verbindet. Schließlich ist mehr Kooperation zwischen den Einrichtungen erforderlich, um von einander zu lernen und das Rad nicht immer wieder neu erfinden zu müssen (Benchmarking).

Krankenhäuser, denen es gelingt, diese Anforderungen zu erfüllen, zeigen nach einem Projekt des Instituts Arbeit und Technik in Gelsenkirchen, dass die Herausforderungen zwar anspruchsvoll aber durchaus zu bewältigen sind. Mit fünfzig Einrichtungen wird an dem Veränderungsmanagement im Rahmen eines Benchmarkingprojektes gearbeitet. Die erfolgreiche Umstellung auf die neuen Anforderungen wurde bei einer der am Projekt beteiligten Einrichtungen, dem Krankenhaus Springe, mit dem Niedersächsischen Preis für Innovation und Qualitätsmanagement in Krankenhäusern ausgezeichnet. Die Erfolgsrezepte lassen sich jederzeit auf andere Krankenhäuser übertragen.

Für weitere Fragen steht
Ihnen zur Verfügung:

Stephan von Bandemer


Durchwahl: 0209/167-1363
E-Mail: bandemer@iatge.de

Pressereferentin


Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.swz-net.de/
http://iat-info.iatge.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten

Wie Proteine zueinander finden

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie