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Sehprobleme sind Wahrnehmungsprobleme

17.09.2002


Kanadischer Mediziner heilt Augenkrankheiten mit Entspannungsübungen

Augenprobleme sind nicht nur auf Strukturveränderungen des Auges zurückzuführen, sondern basieren zu 90 Prozent auf Problemen mit dem Geist. Zu diesem Schluss kommt der kanadische Mediziner Roberto Kaplan. Der Mediziner hat seine Theorien beim 2. Europäischen TCM-Kongress in Wien vorgestellt. Geheilt werden Augenprobleme mithilfe von Entspannungsübungen und der generellen Änderung der Lebensgewohnheiten.

Aufgrund jahrelanger Beobachtungen kam Kaplan zu dem Schluss, dass bei Sehstörungen nur rund zehn Prozent des Problems im Auge liegen. "Das Auge ist ein Mikrokosmos des gesamten Körpers. Informationen, die vom Auge wahrgenommen werden, spiegeln die Wahrnehmung des Geistes wider", so der Mediziner. Sehen werde vom Gehirn kontrolliert, aber vom Geist gelenkt. "Gehirn und Geist verhalten sich hier wie Orchester und Dirigent. Dementsprechend spiegeln sich Probleme des Geistes auch im Sehvermögen wider", so der Augenarzt. "Kann ein Patient, das, was er sieht, nicht verarbeiten, entwickelt er einen Schutzmechanismus, der das ins Auge eindringende Licht blockiert. Das wird landläufig als Sehstörung bezeichnet", so Kaplan. Der therapeutische Ansatz werde dementsprechend über den Geist angesetzt.

"Das eigentliche Sehen passiert in der Retina, der Netzhaut, in der es allerdings nur einen winzigen Punkt gibt, der den Bereich des scharfen Sehens darstellt, die sogenannte Makula. Das scharfe Sehen macht also nur einen winzigen Bereich des Sehens aus", erklärt der Mediziner. "Eigentlich schauen wir, denn konzentriertes und scharfes Sehen ist anstrengend. Schauen hingegen ist das entspannte Sehen, bei dem nicht ein bestimmter Bereich fokussiert wird."

Entspannung stelle den wichtigsten Faktor in der Behandlung häufiger Augenerkrankungen wie Kurz- und Weitsichtigkeit, Strabismus oder Glaukome dar. "Im Geist haben wir jedes Medikament, das wir brauchen, denn der Geist ist universell", so Kaplan. "Die beste Therapiestrategie bei Gesichtsfeldeinengung ist die Erweiterung des Geistes, denn das Gesichtsfeld ist eingeengt, weil das Weltbild eng ist. Wenn man hier zu einer Veränderung kommt, vergrößert sich auch das Gesichtsfeld", so der Augenarzt, der von Therapieerfolgen bei zahlreichen Patienten berichtet, die bereits für chirurgische Eingriffe vorgesehen waren.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.tcm-academy.org/TCM/Kongress

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