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Schon 45 Prozent der Kinder leiden an Dermatitis

17.09.2002

Bereits 45 Prozent der Kinder leiden unter einer Form von atopischer Dermatitis. Zu diesem Urteil kam der Wiener Kinderarzt Antonio Martins beim in Wien, der am Wochende zu Ende ging. "Westliche Behandlungsmethoden ohne Kortison oder immunsupprimierende Therapien bringen keine befriedigenden Therapieergebnisse", so der Mediziner. Die Probleme dieser Therapien sind ihre Beeinflussung des normalen Körperstoffwechsels durch die Unterdrückung des Immunsystems. Aus diesen Nebeneffekten entstehen neue gesundheitliche Probleme.

"Dazu kommt, dass Kortison mit zunehmender Therapiedauer durch den Gewöhnungseffekt höher dosiert werden muss, da sonst die Wirksamkeit abnimmt", so der Mediziner. In der westlichen Medizin sind Ursachen für Hauterkrankungen oft nicht bekannt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt jedes Hautproblem als absolutes Alarmzeichen. "So ist Hautjucken ein typisches Zeichen dafür, dass es im Körper zur Ablagerung von Schadstoffen kommt", so Martins. Als Hauptursachen für das Auftreten häufiger Hauterkrankungen wie Neurodermitis, aber auch Psoriasis nannte Martins Stress und falsche Ernährung. Genau hier setze die Behandlungsstrategie der TCM ein: Ernährungsumstellung und Stressabbau sollen dem Körper dabei helfen, die Selbstheilungsmechanismen zu aktivieren. "Häufig kann schon allein durch diätetische Maßnahmen eine spontane Besserung erreicht werden. Die TCM-Behandlungskonzepte haben das Ziel, den Fluss von Wasser, Blut und Qi (Körperenergie) zu harmonisieren", so Martins.

"Alle Hautkrankheiten haben eines gemeinsam", so Martins, "sie befallen den ganzen Körper. Das ist auch der Grund, warum chinesische Kräuter, eine weitere wichtige Therapiesäule bei diesen Erkrankungen, so wirksam sind. Kräuter klären, reinigen den Körper, der gerade bei Hauterkrankungen durch Schadstoffe belastet ist. Der Mediziner stellte bei seinem Vortrag die japanische Methode "Naygaikioukou" vor. "Naygaikioukou" bedeutet Reinigung von innen nach außen. Diese stützt sich auf die drei Säulen: Kräuter, Schröpfen und Akupunktur. Je nach Schweregrad werden bis zu 35 Kräuter in unterschiedlicher Zusammensetzung miteinander kombiniert. Schröpfköpfe, die auf die bet

roffenen Hautareale gesetzt werden, helfen, Schadstoffe auszuleiten und den Energiefluss zu aktivieren. Akupunktur sorgt für die Wiederherstellung des körpereigenen Gleichgewichtes Yin und Yang. Die durchschnittliche Therapiedauer beträgt bei chronischen Hauterkrankungen von einem bis zu eineinhalb Jahre.

Die wichtigsten Hauterkrankungen, bei denen diese Methode wirksam ist, sind atopische Dermatitis, Psoriasis, pustulöse Psoriasis, Tinea (Pilzerkrankung), Akne, seborrhoische Dermatitis und Haarausfall. Die Behandlung mit Naygaikioukou konnte mit einer groß angelegten Studie dokumentiert werden, an der über 3.000 Patienten behandelt wurden.

Wolfgang Weitlaner |
Weitere Informationen:
http://www.tcm-academy.org/TCM/Kongress

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