Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Patienten profitieren von einer verzögerten Freisetzung

16.09.2002


Magensaftresistente Formulierung von Mycophenolat verzögert die Freisetzung und führt zu besserer Verträglichkeit

Derzeit wird das therapeutische Potenzial des neuen Immunsuppressivums Myfortic® in mehreren Phase-IIIb/IV-Studien in verschiedenen Populationen von Transplantationspatienten geprüft. Myfortic® enthält Mycophenolat-Natrium in einer magensaftresistenten Tablette (EC-MPS, „enteric-coated mycophenolate sodium“).

Die EU-Zulassung zur immunsuppressiven Therapie von nierentransplantierten Patienten wurde von Novartis bereits beantragt.

Patienten, die ein neues Organ erhalten haben, sind nach der Operation vor allem auf eine effektive Immunsuppression angewiesen. Aus klinischer Sicht ist allerdings wichtig, dass die hohe Wirksamkeit auch mit einer guten Verträglichkeit einhergeht. Denn nach wie vor ist eine schlechte Verträglichkeit der größte Feind einer guten Compliance. Die magensaftresistente Formulierung von Mycophenolat-Natrium verbessert bei Transplantationspatienten die Effektivität dieses Therapieprinzips vor allem durch eine gute gastrointestinale Verträglichkeit. Dies wurde auf dem XIX. Internationalen Kongress der Internationalen Transplantationsgesellschaft (ISOT) deutlich. Während der Tagung wurden neue Daten präsentiert, die die Vorteile einer Therapie mit dem Präparat Myfortic® sowohl bei Neutransplantierten und Langzeittransplantierten untermauern.

Mycophenolat-Natrium reduziert gastrointestinale Begleiterscheinungen Nach Angaben von Dr. Hans Sollinger vom University of Wisconsin Hospital aus Madison/Wisconsin handelt es sich bei Mycophenolsäure um einen selektiven Hemmstoff der Inosin-Monophosphat-Dehydrogenase (IMPDH). Diese wiederum ist ein Schlüsselenzym der De-novo-Synthese von Purinen in T- und B-Lymphozyten. Da durch die Mycophenolsäurevermittelte IMPDH-Hemmung die Proliferation dieser Zellen verhindert wird, ist der Wirkungsmechanismus selektiv für aktivierte T- und B-Zellen, sagte Sollinger auf einem vom Unternehmen Novartis unterstützten Symposium.

Bisher ist nur das Mycophenolsäure-Präparat Mycophenolatmofetil (MMF), ein Prodrug der Mycophenolsäure, verfügbar. Gastrointestinale Nebenwirkungen limitierten den Einsatz dieser Substanz. Die Überwindung dieses Problems war für das Unternehmen Novartis der Anlass zur Entwicklung einer magensaftresistenten Formulierung. Anders als das MMF-Präparat, das bereits im Magen zu einer raschen Freisetzung führt, wird die Mycophenolsäure aus Myfortic® verzögert und erst im Dünndarm freigesetzt. Pharmakokinetische Untersuchungen belegen, dass die Einnahme von Myfortic® sowohl bei De-novo-Transplantierten als auch bei stabilen Transplantationspatienten unter Langzeittherapie zu therapeutisch wirksamen Mycophenolsäure-Spiegeln führt. In einer von Dr. Klemens Budde von der Charité Berlin vorgestellten Untersuchung führten äquimolare Dosen beider Präparate zu identischen Mycophenolsäure-Expositionen (Abstract 2052). In einer von Robert L. Schmouder präsentierten Untersuchung wurden therapeutisch wirksame Substanzexpositionen unter Myfortic® bei mehr Patienten erreicht als unter MMF (Abstract 2124).

Klinische Studien bestätigen therapeutische Äquivalenz und tendenziell bessere Verträglichkeit
In der großen, prospektiven Phase-III-Studie ERL B301 mit insgesamt 423 Patienten hat sich Myfortic® als therapeutisch äquivalent zu MMF erwiesen, wie Sollinger weiter berichtete. Obwohl die Signifikanz nicht erreicht wurde, traten unter Myfortic® tendenziell weniger akute Abstoßungsreaktionen (22,5% vs. 24,3%) und weniger chronische Abstoßungsreaktionen (2,8% vs. 6,2%) auf. Darüber hinaus registrierten die Untersucher unter den mit EC-MPS behandelten Patienten auch weniger schwerwiegende Infektionen. Der Anteil der Patienten, bei denen wegen gastrointestinaler Nebenwirkungen eine Dosisreduktion, eine Unterbrechung oder ein Absetzen der Mycophenolsäure-Therapie erforderlich gewesen wäre, war unter EC-MPS mit 15% sogar um ein Viertel niedriger als unter MMF mit 19,5%.

Dass auch eine Umstellung von MMF auf EC-MPS für Patienten unter einer immunsuppressiven Langzeittherapie ohne Effektivitätsverluste möglich und möglicherweise vorteilhaft ist, machte eine aktuelle Auswertung der Studie ERL B302 deutlich, die von H.-H. Neumayer et al. von der Charité Berlin präsentiert wurde (Abstract 2129). In dieser Multizenterstudie wurde die Hälfte der Patienten, deren Nierentransplantation mindestens 6 Monate zurücklag, von MMF auf EC-MPS umgestellt, die andere Hälfte erhielt weiterhin MMF. Akute Abstoßungsreaktionen und Infektionen traten in den folgenden 12 Monaten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf, allerdings waren schwere Abstoßungsreaktionen (23,3% vs. 30,1%) tendenziell und schwere Infektionen (8,8% vs. 16,0%) signifikant seltener bei den auf EC-MPS umgestellten Patienten. Eine Verschlechterung gastrointestinaler Nebenwirkungen war unter EC-MPS tendenziell seltener zu beobachten als unter Fortsetzung der MMF-Therapie.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Pharma, Consumer Health, Generika, Augenheilmittel und Tiergesundheit. Im Jahr 2001 erzielte der Konzern einen Umsatz von CHF 32,0 Milliarden (USD 19,1 Milliarden) und einen Reingewinn von CHF 7,0 Milliarden (USD 4,2 Milliarden). Der Konzern investierte rund CHF 4,2 Milliarden (USD 2,5 Milliarden) in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 74 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

Dr. Michaela Paudler-Debus | MEDIENMITTEILUNG
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de

Weitere Berichte zu: Abstoßungsreaktion EC-MPS MMF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie