Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Siegen: Interaktives Chirurgie-Robotersystem weltweit erstmals eingesetzt

11.09.2002


Ein neues interaktives Chirurgie-Robotersystem, das im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation von Ingenieuren der Universität Siegen und Medizinern der Orthopädischen Universitätsklinik Frankfurt entwickelt wurde, ist Ende Juli in Frankfurt erstmals erfolgreich klinisch eingesetzt worden. Bei der Operation wurde einem männlichen Patienten im Alter von 54 Jahren ein künstliches Hüftgelenk implantiert, das aus einer im Beckenknochen verankerten Pfannen- und einer im Oberschenkelknochen verankerten Schaftprothese besteht

Als weltweit erster Operationsroboter unterstützt das neu entwickelte System eine reproduzierbar genaue Implantation der Pfannenprothese. Möglich wird dies durch seine Fähigkeit, kleine Lageveränderungen des Patienten auf dem Operationstisch durch ein dreidimensionales Messsystem zu erfassen und die Operationswerkzeuge verzögerungsfrei nachzuführen, so dass die exakte Ausrichtung der Werkzeuge auch bei veränderter Lage des Patienten erhalten bleibt.
Die bisher bei Hüftoperationen eingesetzte Robotertechnik kann lediglich den Oberschenkelknochen zur Aufnahme der Schaftprothese bearbeiten, wobei die Fixierung des Knochens durch spezielle Spannvorrichtungen nötig ist. Bei Verwendung dieser Roboter wird die Pfannenprothese in manueller Operationstechnik eingesetzt.
Die technische Entwicklung des Operationsroboters wird von einer medizintechnischen Arbeitsgruppe am Zentrum für Sensorsysteme (ZESS) der Universität Siegen unter Leitung von Dr.-Ing. Jürgen Wahrburg (Institut für Regelungs- und Steuerungstechnik) durchgeführt. Das Entwicklungsziel liegt darin, in Verbindung mit neuen Operationstechniken die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit beim Einsetzen von Prothesen und Verschraubungen wesentlich zu verbessern. Dazu ist das Robotersystem so konzipiert worden, das es als ’intelligentes Werkzeug’ den Operateur unterstützt und die möglichen Ungenauigkeiten einer rein manuellen Operationsdurchführung vermeidet. Der Roboter bewegt die chirurgischen Instrumente mit einer Präzision von Zehntelmillimetern genau an die Positionen, die vom Arzt bei der Operationsplanung festgelegt wurden, und folgt automatisch möglichen Patientenbewegungen während der Operation. Die interaktive Arbeitsweise des Systems mit nur wenigen vollautomatisch ausgeführten Schritten unterscheidet es von bereits bekannten Operationsrobotern. Der Operateur bedient die vom Roboter genau positionierten Instrumente selbst und behält die vollständige Kontrolle über den Operationsablauf.
Die medizinische Seite der Forschungsarbeiten leitet Prof. Dr. med. Fridun Kerschbaumer von der Abteilung für Rheumaorthopädie der Orthopädischen Universitätsklinik Frankfurt Stiftung Friedrichsheim, der die erste roboterunterstützte Implantation einer Hüftgelenkspfannenprothese auch selbst durchgeführt hat. Diese Arbeiten stellen eine ideale Ergänzung der von Prof. Kerschbaumer betriebenen Entwicklung neuer, weniger invasiver Operationstechniken dar, die wesentliche Vorteile bieten, wie beispielsweise wesentliche kleinere Narben und kürzere Klinikaufenthalte.

Kontakt und Info:
Dr.-Ing. Jürgen Wahrburg
Universität Siegen
Zentrum für Sensorsysteme (ZESS)
Paul-Bonatz-Str. 9-11
D-57068 Siegen
Tel.: 0271 / 740 - 4442
E-Mail: wahrburg@zess.uni-siegen.de

Kordula Lindner-Jarchow M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.zess.uni-siegen.de/pb4/index.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten