Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserte Diagnostik im Dünndarm durch schluckbare Mini-Kamera

02.09.2002


Bauchschmerzen? Durchfall? Gewichtsverlust? Verbesserte Diagnostik im Dünndarm durch schluckbare Mini-Kamera. Die M2A® Kapsel-Endoskopie schließt eine diagnostische Lücke.
Bilder:obs/givenimaging



Insgesamt mehrere hunderttausend Menschen sind in Deutschland von organischen Krankheiten im etwa 4 - 6 Meter langen Dünndarm betroffen. Dazu gehören chronisch entzündliche Erkrankungen (z.B. Morbus Crohn), Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Schmerzmittelbedingte Schleimhautschäden, Polypen, Tumore oder Blutarmut durch Eisenmangel aufgrund einer nicht erkannten Blutungsquelle im Dünndarm. Viele Patienten mit Dünndarmerkrankungen leiden lange Zeit vor der Diagnose unter unspezifischen Symptomen wie z.B. wiederholte Durchfälle, unerklärte Bauchschmerzen und Gewichtsverlust(*1). Herkömmliche Untersuchungsverfahren für den Dünndarm können diesen entweder nur zum Teil einsehen (konventionelle Endoskopie) oder weisen keine ausreichend hohen Auffindungsraten für z.B. frühe oder flache Schleimhautschäden auf (Dünndarm-Röntgen). Folge ist, dass Dünndarmerkrankungen nicht selten übersehen werden oder nicht in ihrer ganzen Ausdehnung beurteilt werden konnten. Der Dünndarm wurde daher vor der M2A(R)Kapsel-Endoskopie auch als "gastroenterologisches Niemandsland" bezeichnet(*2).


Das auch in Deutschland verfügbare Given(R)Diagnostic System bietet durch die M2A(R)Kapsel-Endoskopie ein modernes Verfahren(*3), das effektiv und patientenfreundlich ist. Eine Mini-Kamera in der M2A(R)Kapsel zum Einnehmen sendet auf ihrem Weg durch den Magendarmtrakt 6-8 Stunden kontinuierlich Bilder aus dem Körperinneren und ermöglicht damit die endoskopische Betrachtung des gesamten Dünndarms mit einer sehr hohen Auffindungsrate für krankhafte Veränderungen. Neu ist ein Ortungssystem, das die dynamische Lokalisierung der Kapsel und der krankhaft veränderten Dünndarmbereiche ermöglicht und deren Position im Körper als zweidimensionales Bild darstellt.

Die M2A(R)Kapsel-Endoskopie schließt eine diagnostische Lücke und ist nach den vorliegenden Studienergebnissen im Vergleich zu anderen Methoden, z.B. dem Dünndarm-Röntgen, diagnostisch überlegen(*1,*3). Über 1000 Patienten wurden bereits in klinischen Studien mit der M2A(R)Kapsel-Endoskopie untersucht(*1).


Herr Prof. Hagenmüller (Allgemeines Krankenhaus Altona, Hamburg), der zur Zeit eine eigene Studie zum Nachweis von unentdeckten Dünndarmkrankheiten bei unerklärten Bauchbeschwerden durchführt: "Die M2A(R)Kapsel-Endoskopie ist dem Dünndarm-Röntgen deutlich überlegen und verspricht, zukünftig eine Fülle von bislang unerkannten krankhaften Veränderungen im Dünndarm diagnostizieren zu helfen."

Patientenvorteile:Einsatzgebiete der M2A(R)Kapsel, die auf einem wissenschaftlichen Kongress 2002 in Deutschland vorgestellt wurden, waren(*3):
  • Blutarmut aufgrund von Eisenmangel und / oder Dünndarmblutung
  • Chronischer Durchfall
  • Bauchschmerz mit Verdacht auf eine Ursache im Dünndarm
  • Klärung eines auffälligen Röntgenbefundes
  • Verdacht auf Morbus Crohn
  • Nachweis von Dünndarmpolypen bei Peutz-Jeghers-Syndrom und erblichem Polypenbefall im Darm.

Auf dem weltweit wichtigsten Kongress in der Gastroenterologie, der Digestive Disease Week, USA, wurden im Mai 2002 in San Francisco mehr als 45 wissenschaftliche Beiträge zu M2A(R)Kapsel-Endoskopie präsentiert1, u.a. auch bei:

  • Morbus Crohn (5 Studien)
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Schmerzmittel-bedingten Dünndarmschäden
  • Kindern über 10 Jahren mit Verdacht auf eine Dünndarmerkrankung

Herr Prof. Neuhaus (EVK, Düsseldorf), der bereits die positiven Zwischenergebnisse seiner eigenen Studie bei Patienten mit Verdacht auf Morbus Crohn bzw. auch bereits nachgewiesener Erkrankung vorgestellt hatte, kommentierte die in den USA veröffentlichten neuen Daten: "Alle vorliegenden Studienergebnisse bestätigen, dass die M2A(R)Kapsel-Endoskopie - ohne Strahlenbelastung - mit einer hohen Auffindungsrate mehr entzündliche Veränderungen im Dünndarm entdeckt als die Dünndarm-Röntgenuntersuchung. Geeignet ist die Kapsel-Endoskopie beim M. Crohn insbesondere bei Verdachtsfällen, zur Untersuchung der Ausdehnung der Krankheit im Dünndarm und für Therapie-Studien. Wichtig ist, dass Patienten mit Verdacht auf eine deutliche Verengung im Darm ausgeschlossen werden, vorzugsweise mit einer auf den Dünndarm ausgerichteten Ultraschalluntersuchung. Ansonsten ist mit Nebenwirkungen nicht zu rechnen."

Mehrere Tausend M2A(R)Kapseln wurden bislang für den Einsatz in der klinischen Routine ausgeliefert. Bis Ende Juni 2002 stand in Deutschland die M2A(R)Kapsel-Endoskopie bereits in über 70 Kliniken bzw. Praxen zur Verfügung(*4).

Patienten und Ärzte können das wohnortnächste Zentrum für Kapsel-Endoskopie im Internet finden unter: http://arztliste.givenimaging.com/.

Dr. Orm Proske | ots
Weitere Informationen:
http://www.ddw.org/
http://www.thieme.de/abstracts/endoheute/abstracts2002/

Weitere Berichte zu: Kapsel-Endoskopie M2A Morbus Crohn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise