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Leberkrank ist nicht gleichbedeutend mit Alkoholismus!

15.08.2002


Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in Deutschland 3,5 Millionen Menschen an einer chronischen Leberkrankheit leiden.

Anlässlich des zweiten Deutschen Lebertages schätzten Mediziner, dass die Dunkelziffer von Leberkrankheiten sogar doppelt so hoch liege. Damit wäre jeder elfte in Deutschland von einer chronischen Leberkrankheit betroffen. Hinzu kommen nochmals neun Millionen Gallensteinpatienten, erklärt heute Diplom Oecotrophologin Daniela Rösler von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik* in Bad Aachen.

Entgegen landläufiger Meinung geht ein großer Teil dieser Erkrankungen nicht auf Alkoholmissbrauch zurück, betont Rösler. Insbesondere die chronische Hepatitis B und C haben Alkohol inzwischen als häufigste Transplantationsursache abgelöst. Allein in Deutschland leiden bis zu 800.000 Menschen an einer chronischen Hepatitis C. Ebenso wie die Hepatitis B wird diese durch Viren verursacht. Weltweit zählt die Hepatitis B, an der sich in Deutschland jährlich 50.000 Menschen infizieren, zu den fünf häufigsten Todesursachen. Momentan leben in Deutschland 500.000 chronische Hepatitis-B-Virenträger, erklärt Achim Kautz, Geschäftsführer der Deutschen Leberhilfe**. Hinzu kommen auch weitgehend unbekannte Ursachen wie Autoimmunerkrankungen, bei denen das eigene Immunsystem zum Feind des Körpers wird. Verbreitet sind auch Stoffwechselerkrankungen wie die Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose.

So unterschiedlich die Ursachen und die Verläufe chronischer Lebererkrankungen sind, haben sie doch eine gefürchtete, gemeinsame Endstation: Die Leberzirrhose. Diese kann schwere Komplikationen bis hin zu bösartigen Tumoren nach sich ziehen; in Deutschland sterben jährlich 5.000 Personen an Leberkrebs, so Prof. Dr. Claus Niederau, Chefarzt am St. Josef-Hospital in Oberhausen und Vorsitzender der Deutschen Leberhilfe. Krankheiten der Leber sowie Gallenblase sind vielgestaltig und erfordern eine individualisierte Diättherapie, betont Rösler. Mit dem jetzt vorliegenden Buch Genussvoll essen für Leber und Galle von Sven-David Müller liegt erstmals ein Patientenratgeber auf einwandfreiem ernährungsmedizinischem Niveau vor, das den aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft widerspiegelt, erklärt Rösler. Das Buch erschien in Zusammenarbeit mit der Deutschen Leberhilfe.

Das neue Buch von Sven-David Müller mit einem Vorwort des renommierten Hepatologen vom Darmstädter Klinikum Prof. Dr. Hubertus Wietholtz richtet sich an Patienten, die unter Gallensteinleiden, Fettleber, Leberzirrhose, Hepatitis, Morbus Wilson oder Hämochromatose leiden. Die bisher oft empfohlenen "Leber- oder Gallediäten" halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand und schädigen teilweise sogar die Betroffenen, erklärt Rösler, die insbesondere vor einer Quarkdiät bei Leberzirrhose warnt. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik weist darauf hin, dass sich verzweigtkettige Aminosäuren bei Leberzirrhose als wirksame Ergänzung erwiesen haben. Viele chronisch Leberkranke leiden unter einem Zinkmangel, der durch einen erhöhten Bedarf und eine zu geringe Zinkzufuhr ausgelöst wird. Mit Nachdruck fordert Müller, dass alle chronisch Leberkranken einer Diätberatung zugeführt werden. Bei chronischer Hepatitis ist eine hochkalorische Ernährung angezeigt, die einer Gewichtsreduktion des Patienten vorbeugt, beschreibt Müller die wichtigste diätetische Maßnahme bei Hepatitis. Eine Schonkost hingegen sei wenig sinnvoll.

*Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und hat ihre Geschäftsstelle in der Reha-Klinik "An der Rosenquelle" in Bad Aachen.

** Deutsche Leberhilfe e.V., Tel.: 0221-2829980, E-Mail: Info@leberhilfe.org

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Weitere Informationen:
http://www.ernaehrungsmed.de/

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