Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trisomie 21: Gen löst Leukämie aus

12.08.2002


Verändertes GATA1 macht Kindern mit dem Down Syndrom anfälliger für Blutkrebs


Forscher der University of Chicago haben einen Gendefekt identifiziert, der zur Entwicklung von Leukämie bei Kindern mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) führt. Durch die Entdeckung soll die Diagnose beschleunigt bzw. sollen neue Therapien entwickelt werden, berichtet Nature Genetics in der aktuellen Ausgabe.

Kinder mit Trisomie 21, eine durch eine Chromosomenstörung verursachte Erkrankung, bei der das Chromosom 21 dreimal vorhanden ist, entwickeln zehn bis 20 Mal häufiger die als Megakaryzoytenleukämie bekannte Leukämieform als andere Kinder. Forscher des Ben May Institutes der Uni analysierten die DNA von 75 Personen mit verschieden Formen der myeloiden Leukämie und 21 gesunde Probanden. Bei sechs Patienten mit Trisomie 21 und gleichzeitiger Megakaryzoytenleukämie stellte sie eine abnorme Version des GATA1-Gens fest. Das veränderte Gen trat nur bei Patienten mit Megakaryzoytenleukämie auf.


"Zum ersten Mal wurde ein Teil eines molekularen Stoffwechselweges abgegrenzt, der zu einer Megakaryzoytenleukämie führt", erklärte Studienleiter John Crispino. Die Erkenntnisse zeigen, dass ein spezifischer Stoffwechselweg zu dieser Krebsform führt. "Gleichzeitig öffnet sich dadurch eine Methode, die Erkrankung schnell und präzise zu diagnostizieren", ergänzte Co-Autorin Michelle Le Beau.

Anders als die meisten Studien , die mit der Krankheit beginnen und nach dem genetischen Auslöser suchen, startete Crispino mit dem verdächtigen Gen. Crispinos Hypothese war, dass GATA1 bei Leukämie mutiert oder dereguliert sein könnte. GATA 1 ist ein Transkriptionsfaktor, der die Expression von anderen Genen reguliert. Funktioniert GATA1 normal, reguliert es Gene, die die Produktion roter Blutzellen und –plättchen steuern. Studien haben bereits gezeigt, dass ein Verlust von GATA1 zu einer exzessiven Proliferation der Zellen führt. Ein abnormales GATA1-Gen, wie es bei den Leukämie-Patienten gefunden wurde, produziert ein unvollständiges Protein. Dieses unvollständige Protein wirkt, als gebe es überhaupt kein GATA1-Protein. Die Forscher vermuten, dass ein Mix an abnormen Genen die Ursache der Megakaryzoytenleukämie ist. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche anderen Gene mit GATA1 in Zusammenhang stehen und die Erkrankung auslösen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.uchicago.edu
http://www.nature.com/genetics

Weitere Berichte zu: GATA1 Gen Leukämie Megakaryzoytenleukämie Trisomie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften