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Wenn Gelenke & Bandscheiben schmerzen: Orthopädie-Kliniken auf dem Prüfstand

31.07.2002


Nach einer Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins „Öko-Test“ sieht es mit der Behandlung orthopädischer Erkrankungen in Deutschland schlecht aus.



Es fehle an moderner Technik und vor allem an Erfahrung, kritisiert das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Nur ganz wenige Kliniken hier zu Lande verfügten über moderne Operationstechniken für Eingriffe an Knie, an Hüfte oder Wirbelsäule.

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Ganz schlimm sei die Situation für ältere Patienten, die am häufigsten von orthopädischen Erkrankungen betroffen sind, monieren die Tester. Nicht einmal die Hälfte der Kliniken habe ausreichend Erfahrung mit solchen Patienten. Sie könnten daher oft nicht optimal versorgt werden.

Für die Untersuchung wurden Daten zu orthopädischen Behandlungen von mehr als 800 Kliniken ausgewertet. Per Fragebogen wurden Spezialisierung und Kompetenz abgeklopft. Denn gerade bei orthopädischen Erkrankungen kommt es auf eine gute Erstbehandlung an: Fehldiagnosen und Operationspfusch führen zu Schmerzen und Behinderungen – oft lebenslang.

Von den befragten mehr als 800 Kliniken verfügen nur etwa 300 über spezielle Abteilungen mit entsprechender Erfahrung. In den übrigen Krankenhäusern wird die Orthopädie anderen Abteilungen zugeordnet, zum Beispiel der chirurgischen. Selbst die nach dem Öko-Test-Urteil 100 besten Kliniken verfügen nicht alle über computergestützte Navigationstechnologien beziehungsweise Operationsroboter – in den Augen der Tester ein Mangel. Für Operationen an Knie und an der Hüfte stünden solche modernen Systeme in 69 beziehungsweise 53 Häusern zur Verfügung, für die Wirbelsäulenchirurgie sogar nur in 33 Kliniken. 3-D-Planungsmodelle, die vor der Operation eingesetzt werden können, gebe es nur in 62 Krankenhäusern.

Keine Klinik habe die möglichen 26 Punkte für den Bereich Erfahrung erreicht, was bedeute, dass die Häuser spezialisiert seien und sehr unterschiedliche Erfahrungen mit bestimmten Erkrankungen hätten, so der Bericht weiter. Nur zwei Drittel hätten Rheumatologie und Kinderorthopädie als ihr Spezialgebiet angegeben. Überdurchschnittlich erfahren mit großen Wirbelsäuleneingriffen seien nur elf Kliniken, mit dem Ersatz von Hand-, Ellenbogen- oder Fingergelenken nur sieben. Selbst bei Knien und Hüftgelenken kämen nur 51 Häuser auf mehr als 500 Operationen im Jahr. Minimal-invasive Eingriffe, also Operationen, bei denen große Schnitte vermieden werden, könnten nur in 20 Prozent aller Kliniken vorgenommen werden, kritisieren die Tester.

Öko-Test (2002), August-Ausgabe

| MedCon Health Contents AG

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