Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gehirn verändert sich bei Menschen mit Alzheimer-Gen schon früh

30.07.2002

Schon Jahrzehnte vor den ersten Symptomen können Forscher bei gesunden 20- bis 40-Jährigen mit genetisch bedingtem Alzheimer-Risiko Veränderungen des Gehirns feststellen.

Dieses Ergebnis verkündete Prof. Dr. Eric Reiman von der University of Arizona am 23. Juli bei dem bislang weltgrößten Alzheimer-Kongress, der vergangene Woche in Stockholm zu Ende ging (8th International Conference on Alzheimer’s Disease and Related Disorders).

... mehr zu:
»Alzheimer »Alzheimer-Risiko »Gen

Für ihre Untersuchungen bedienten sich die Wissenschaftler der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), mit der Bilder des Gehirns erzeugt werden können. Damit erforschten sie die Gehirne von zwölf jungen, gesunden Erwachsenen, die durch ein bestimmtes Gen ein erhöhtes Alzheimer-Risiko haben – was aber nicht heißt, dass sie auf jeden Fall Alzheimer entwickeln. Dieses Apolipoprotein E-epsilon 4-Gen ist eine der drei verbreiteten Varianten eines Gens, das die Informationen für ein Cholesterin-Transport-Protein liefert. Die Gen-Variante findet sich bei etwa einem Viertel der Bevölkerung.

Die Gehirne der Alzheimer-gefährdeten Erwachsene verglichen die Forscher mit denen von 15 jungen Erwachsenen ohne diese genetische Veranlagung. Wie sich dabei zeigte, wiesen die Alzheimer-gefährdeten Probanden in den gleichen Gehirnregionen eine anormal niedrige Aktivität auf, wie sie auch bei Alzheimer-Patienten gefunden wird – und das, obwohl diese Teilnehmer in neuropsychologischen Tests genauso gut abschnitten wie die anderen Probanden, Denken und Gedächtnis also normal waren. Aufgrund früherer Studien gehen Experten davon aus, dass diese reduzierte Aktivität mit dem Alter immer weiter abnimmt.

Das Apolipoprotein E-epsilon 4-Gen sei aber nur einer von vielen Risikofaktoren für Alzheimer, unterstrich Prof. Dr. Marilyn Albert von der Harvard Medical School. „Wissenschaftler gehen davon aus, dass es eine Reihe zusätzlicher, bislang noch nicht identifizierter Gene gibt, die das Risiko sowohl steigern als auch mindern. Außerdem ist klar, dass es Umweltfaktoren gibt, die die Entwicklung von Alzheimer beeinflussen.“ Es sei wichtig, den Einfluss dieser Risikofaktoren auf das Gehirn zu verstehen, um zu begreifen, wie sich das Alzheimer-Risiko am besten reduzieren lasse und bessere Therapien entwickeln zu können.

mc | MedCon Health Contents AG

Weitere Berichte zu: Alzheimer Alzheimer-Risiko Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

23.11.2017 | Geowissenschaften

Leistungsfähigere und sicherere Batterien

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein MRT für Forscher im Maschinenbau

23.11.2017 | Maschinenbau