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Hoher Blutdruck erhöht möglicherweise Alzheimer-Risiko

25.07.2002


Hohen Blutdruck frühzeitig zu senken – diese für das Herz gesunde Maßnahme reduziert möglicherweise auch das Risiko, später an Alzheimer zu erkranken.


Das legen einige Studien nahe, die diese Woche bei der 8th International Conference on Alzheimer’s Disease and Related Disorders in Stockholm vorgestellt wurden. Die Konferenz, die am Donnerstag zu Ende geht, ist das bislang größte Treffen internationaler Alzheimer-Forscher.

„Es gibt immer mehr Belege dafür, dass Bluthochdruck – auch in früheren Jahren – ein Risikofaktor für Alzheimer sein kann“, sagte Dr. William Thies, Vize-Präsident für medizinische und wissenschaftliche Belange bei der Alzheimer’s Association, die das Treffen veranstaltet. Zwar ist der Prozess noch nicht geklärt, schränkte Thies ein, „aber Gefäßerkrankungen und Demenz scheinen miteinander zusammenzuhängen.“ Bislang galten nur Alter und Erbanlagen als Alzheimer-Risikofaktoren.


So fanden Dr. Miia Kivipelto von der finnischen Universität Kuopio und ihr Team heraus, dass Bluthochdruck ein unabhängiger Risikofaktor für Alzheimer ist. Kivipelto untersuchte 1449 Senioren zwischen 65 und 79 Jahren nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 21 Jahren. Dabei erschien das Risiko für Alzheimer, das durch die behandelbaren Risikofaktoren hohe Cholesterinwerte und erhöhter Bluthochdruck bedingt war, größer zu sein als das durch den wichtigsten bekannten genetischen Risikofaktor, das Apolipoprotein E4.

Dr. Olivier Hanon und seine Kollegen am Broca-Hôpital in Paris kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Bei 1560 älteren Menschen mit Gedächtnisproblemen fanden sie einen Zusammenhang zwischen Blutdruck und geistigem Verfall. Bluthochdruck-Patienten waren deutlich häufiger in der Gruppe der Alzheimer-Patienten (67 Prozent) oder der Patienten mit Gefäß-bedingter oder Mischform-Demenz (78 Prozent) als in der Gruppe ohne Demenz (56 Prozent).

Doch nicht alle Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, kommen zu denselben Ergebnissen: So zeigte eine Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, keinen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Alzheimer. Studienleiter Prof. Dr. Richard Mayeux von der New Yorker Columbia University und sein Team hatten 1259 Patienten von 1991 und 1998 beobachtet, aber den Bluthochdruck im Alter nicht als Risikofaktor für Demenz eingestuft.

Eine schwedische Studie, die ein Präparat gegen Bluthochdruck bei 4964 Patienten zwischen 70 und 89 Jahren mit leicht erhöhtem Blutdruck testete, fand zwar eine Minderung des Demenz-Risikos um 23 Prozent, die aber statistisch nicht bedeutsam war. Studienleiter dieser Untersuchung war Prof. Dr. Ingmar Skoog von der Universität Göteborg.

Zusätzliche Studien – vor allem größere und längere zur Prävention – seien nun notwendig, um den Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und Alzheimer besser zu verstehen, erklärte Thies. „Da hoher Blutdruck kontrolliert werden kann, haben wir möglicherweise einen Ansatz gefunden, bei dem Menschen selbst etwas tun können, um ihr Alzheimer-Risiko zu senken“, bilanzierte der Experte. Damit sollten sie möglichst früh beginnen, um auch wirklich alle Vorteile für ihre Gesundheit nutzen zu können.

mc | MedCon Health Contents AG

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