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Herzschwäche: Ein Zytokin unter Verdacht

23.07.2002


Bei einer Herzinsuffizienz lässt die Schlagkraft des Herzens deutlich zu wünschen übrig. Warum das so ist, kann die Wissenschaft bislang nicht zufriedenstellend beantworten. Mediziner von der Uni Würzburg untersuchen nun den Einfluss eines verdächtigen Botenstoffs: Seine Konzentration im Blut steigt mit der Schwere der Herzinsuffizienz.

Viele Herzkrankheiten können heute gut behandelt werden. Das aber führt dazu, dass Patienten trotz schwerer Herzschädigungen länger leben und ein chronisches Herzversagen, die so genannte Insuffizienz, erleiden. Meist entwickelt sich diese Krankheit schleichend aufgrund einer ständigen Überlastung des Herzmuskels. Bei schweren Symptomen - insbesondere Atemnot, Wasseransammlungen im Körper und Leistungseinschränkung - beträgt die Lebenserwartung meist nur noch wenige Jahre.

Bei einer Insuffizienz verändern sich der Stoffwechsel und die Schlagkraft des Herzens. "Unklar jedoch ist, ob das auch an einer geringeren Energieproduktion, einem verminderten Energieverbrauch oder einer schlechteren Energieverwertung liegt", so Dr. Andreas Bonz von der Medizinischen Klinik der Uni Würzburg. Ebenfalls unklar sei es, welche Faktoren die Veränderung der Stoffwechselsituation auslösen.

Laut Dr. Bonz führen erste Hinweise zu bestimmten Botenstoffen, den Zytokinen, und zwar vor allem zum so genannten Tumornekrosefaktor-alpha (TNF). Dieser Faktor tritt im Blut von insuffizienten Patienten um so stärker auf, je schwerer die Herzschwäche ist. Möglicherweise kann er den Stoffwechsel des Herzens negativ beeinflussen und damit zu einer verminderten Schlagkraft beitragen.

Darum untersucht Dr. Bonz den Einfluss von TNF auf den Energiehaushalt von isoliertem Herzgewebe, das einerseits von gesunden, andererseits von insuffizienten Ratten stammt. Gemessen werden der Energieverbrauch und die Menge der energiereichen Phosphate bei verschiedenen TNF-Belastungen.

Außerdem bestimmt Dr. Bonz weitere biochemische Messgrößen, zum Beispiel die Menge an Gesamtcreatin und den Calciumstoffwechsel, sowie mechanische Parameter (Kontraktion, Relaxation, Kraftentwicklung). Sein Projekt wird von der Deutschen Stiftung für Herzforschung mit 90.000 Euro gefördert.

Weitere Informationen: Dr. Andreas Bonz, T (0931) 201-36180, Fax (0931) 201-36302, E-Mail: a.bonz@medizin.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich | idw

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