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Stillen senkt Brustkrebsrisiko

19.07.2002


Durch Stillzeit von sechs Monaten sind jährlich 25.000 Erkrankungen vermeidbar

Frauen in den Industrieländern können das Brustkrebsrisiko durch ein Jahr Stillzeit um rund fünf Prozent und durch jede Geburt um sieben Prozent reduzieren. Das sind zwei Ergebnisse von Wissenschaftlern um Epidemiologen der Oxford University. Es war bereits bekannt, dass die Anzahl der Kinder das Brustkrebsrisiko der Mütter verringert. In einer Langzeituntersuchung stellten die Forscher nun fest, dass das Risiko, an einem Mamakarzinom zu erkranken, durch die Entscheidung für das Stillen und die Länge der Stillzeit beeinflusst wird. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachblatts Science publiziert.

Insgesamt könnten jährlich 25.000 Brustkrebserkrankungen in den Industrienationen vermieden werden, würden Mütter ihre Kinder länger als sechs Monate stillen. "Diese Ergebnisse können die Diskrepanz zwischen den niedrigen Krebsraten in Entwicklungsländern und die steigende Zahl in Wohlstands-Gesellschaften miterklären", so die Experten. Insgesamt arbeiteten weltweit 200 Forscher an der Langzeit-Untersuchung. Sie werteten mehr als 47 Studien mit einer Probandenzahl von knapp 150.000 Frauen aus 30 Ländern aus.

Die Forscher schließen, dass Frauen in der industrialisierten Welt eine 6,3-prozentige Wahrscheinlichkeit haben bis zum 70. Lebensjahr Brustkrebs zu entwickeln. Im Vergleich dazu, liegt das Risiko in Entwicklungsländern bei 2,7 Prozent. Zum Teil liegt die Begründung darin, dass in ärmeren Ländern Frauen ihre Kinder früher zu Welt bekommen; z.T. bereits mit 18 oder 19 Jahren, in Industrienationen liegt das Alter bei 23 und 24 Jahren. "Aber das ist eben nur teilweise die Ursache für höhere Brustkrebsraten in Industrienationen", erklärte Valerie Beral, Leiterin der epidemiologischen Abteilung der Oxford Universität. Die Wissenschaftler wissen aber nicht, wie eine Geburt bzw. Stillen das Brustkrebsrisiko senken. Zumindest sollen sich aber durch die Erkenntnisse bessere Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten ergeben.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org/

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