Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Malaria: Verschieden wie die Opfer selbst

18.07.2002


US-Forscher: Ein Wirkstoff wird nicht ausreichen

Der Parasit, der für die Malariaerkrankung verantwortlich ist, ist wesentlich älter als bisher angenommen und genetisch anders, als es sich die Wissenschaftler wünschen. Das ergab eine Analyse von Forschern der Universität von South Carolina in Columbia. Demnach wird es nahezu unmöglich sein, ein einzelnes Medikament zu entwickeln, das die Erkrankung weltweit erfolgreich bekämpfen kann, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe.

Nach Ergebnissen des Molekularbiologen Austin Hughes von der Universität von South Carolina in Columbia und Xin-Zhuan Su vom National Institute of Allergy and Infectious Deseases in Bethesda, Maryland, haben sich die Malaria-Parasiten vor 100.000 bis 180.000 Jahren verschiedenartig entwickelt. In diesem Zeitraum gab es auch eine Bevölkerungsexplosion des Menschen, die zu einer großen Migration um den Globus führte. Die Malariaerreger sind wahrscheinlich mit den Menschen mitgewandert.

Die Forscher haben den Malariaerreger Plasmodium falciparum von fünf Kontinenten genauer untersucht. Beim Scanning fanden die Wissenschaftler im dritten Chromosom unterschiedliche SNPs (so genannte Single-Nucleotide Polymorphisms). Diese sind ein Hinweis auf zufällige Mutationen, die ein Lebewesen hinter sich hat und geben daher Aufschluss darüber, wie nahe Lebewesen der gleichen Spezies miteinander verwandt sind.

Doch auch zu dieser These gibt es bereits kritische Stimmen. Die Analyse ist nach Aussagen von Francisco Ayala von der University of California in Irvine mangelhaft. Ayala arbeitet seit fünf Jahren an einer Malaria Prophylaxe, die sowohl in Thailand als auch in Afrika wirken soll. Seiner Meinung nach sind die meisten der Parasiten vor 3.000 bis 5.000 Jahren ausgestorben. Nur eine kleine Population hat damals überlebt. Diese war genetisch mehr oder weniger homogen. Daher könne ein neuer Wirkstoff kaum Resistenzen entwickeln.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Malaria

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik