Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaganfallzahl nimmt bis 2050 um 68 Prozent zu

14.07.2008
Ärzte raten zu Vorbeugeuntersuchungen ab 40

Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Schlaganfälle um 68 Prozent steigen. Das ist das Ergebnis einer Hochrechnung des Landes Hessen und der Neurologie der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main. Derzeit erkranken alleine in Hessen jährlich 20.000 Patienten an Schlaganfällen, in 40 Jahren sollen es nach Berechnungen der Forscher mehr als 35.000 sein.

Die Neurologen warnten zudem davor, dass vor allem bei den über 84-Jährigen die Anzahl von Schlaganfällen exponentiell stark ansteigen wird. Von bis zu 265 Prozent mehr Patienten ist die Rede. "Dadurch, dass die Bevölkerung kontinuierlich altert und gerade bei Älteren das Risiko für Schlaganfälle sehr hoch ist, rechnen wir mit dieser Entwicklung", erklärt Tobias Neumann-Haefelin, leitender Oberarzt in der Frankfurter Neurologie, gegenüber pressetext.

Neben einem Ausbau der Behandlungskapazitäten setzt das Team um Christian Förch und Neumann-Haefelin, die die Studie verantwortet haben, auf eine verbesserte Prävention. "Sicher werden wir mehr Betten auf den Neurologien brauchen. Doch um es erst gar nicht dazu kommen zu lassen, müssen wir die Bevölkerung für das Thema Schlaganfall und seine auslösenden Krankheiten sensibilisieren." Neben nicht behandeltem Blutdruck im Erwachsenenalter sind nach Neumann-Haefelin Arteriosklerose und Herzrhythmusstörungen die häufigsten Gründe für einen Schlaganfall.

... mehr zu:
»Neurologie »Schlaganfall

Diese Veränderungen führen dazu, dass Arterien langsam verstopfen oder sich Blutgerinnsel und Verkalkungen lösen und in kleinere Gefäße schießen. Das Gehirn kann dann nicht mehr mit Blut versorgt werden. "Die Folgen sind für die Betroffenen meist nicht mehr alleine zu meistern, gerade im hohen Alter", so Neumann-Haefelin weiter. Halbseitige Lähmungen, Sprach-, Schluck-, Koordinations- und Gefühlsstörungen sind die bei Schlaganfallerkrankungen meist zu beobachtenden Ausfallerscheinungen.

Die Zahlen beruhen auf einer Zusammenführung der Bevölkerungsentwicklung in Hessen bis zum Jahr 2050, dem 2005 angelegten landesweiten Register für Schlaganfälle und einer Zahlensammlung des statistischen Landesamtes Hessen. Demnach wird die hessische Bevölkerung von derzeit knapp 6,1 Mio. Einwohner bis 2050 um fast eine Mio. schrumpfen. Gleichzeitig wird sich aufgrund des demographischen Wandels die Alterspyramide jedoch zu Gunsten der älteren Generationen verschieben. Lebten 2005 noch 116.000 Menschen in Hessen, die älter als 84 Jahre waren, werden es im Jahr 2050 mehr als 426.000 sein.

Einer Übertragung der hessischen Studie auf andere Bundesländer beziehungsweise das ganze Bundesgebiet stimmten die Forscher nur unter Einschränkungen zu. Da die Zunahme der Gesamtzahl von über 64-Jährigen je nach Bundesland sehr verschieden ist, kann auch die Zahl der Erkrankungen unterschiedlich stark steigen. Da Hessen jedoch mit einem relativ hohen Prozentsatz an älteren Menschen rechnet, dürfte sich die Quote im oberen Viertel bewegen.

Die Zahlen der Frankfurter Forscher decken sich mit internationalen Studien: Eine 2003 publizierte US-Erhebung hatte eine Zunahme der Todesfälle durch Schlaganfälle um 98 Prozent zwischen 2002 und 2032 prognostiziert und schwedische Forscher gehen von einem Anstieg der Schlaganfallrate um 59 Prozent bis zum Jahr 2050 aus.

Erik Staschöfsky | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.klinik.uni-frankfurt.de
http://www.hsl.de

Weitere Berichte zu: Neurologie Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie