Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blutdruck und Demenz hängen zusammen

08.07.2008
Bessere Gesundheitskontrollen können Tausende Leben retten

Die Kontrolle des Blutdruckes ab der Lebensmitte könnte die Wahrscheinlichkeit einer Demenz-Erkrankung drastisch reduzieren. Zwei Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und Demenz hin. Das Team des Imperial College London hat Vorschläge ausgearbeitet, wie dieses Risiko durch eine entsprechende Behandlung verringert werden kann.

Die Wissenschaftler schreiben in The Lancet Neurology, dass Medikamente gegen Blutdruck eine Demenz um 13 Prozent verringern können. Die Alzheimer's Society geht davon aus, dass bessere Gesundheitskontrollen allein in Großbritannien das Leben von 15.000 Menschen jährlich retten könnten.

Laut BBC hat einer von vier Menschen hohen Blutdruck. Vielfach bleibt er undiagnostiziert und unbehandelt. Die genauen Gründe dafür, warum ein hoher Blutdruck das Demenz-Risiko erhöhen kann, sind derzeit noch nicht erforscht. Zahlreiche Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der Blutfluss im Gehirn verringert und damit auch die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt wird. Andere Arten von Demenz als die so genannte vaskuläre Demenz weisen auf den ersten Blick keinen offensichtlichen Zusammenhang zum Blutfluss auf. Der Blutdruck könnte dennoch eine gewisse Rolle spielen.

Die erste Studie konzentrierte sich auf Tests mit älteren Patienten mit hohem Blutdruck. Es sollte herausgefunden werden, ob eine Behandlung das Demenz-Risiko verringerte. Die Tests wurden frühzeitig gestoppt, als die Vorteile der Behandlung zur Verringerung von Herzanfällen und Schlaganfällen so offensichtlich wurden, dass es unethisch gewesen wäre, sie nicht allen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen.

Die Alzheimer's Society setzt in ihrer Studie vorrangig auf Prävention. Die noch nicht veröffentlichten Forschungsergebnisse legen nahe, dass vaskuläre Demenz bei Menschen mit hohem Blutdruck nach dem 40. und 50. Lebensjahr sechs Mal so wahrscheinlich entsteht. Würden alle Erkrankungen durch die entsprechenden Maßnahmen erkannt, würde sich die Anzahl der Todesfälle entscheidend verringern. Clive Ballard, der die Forschungsabteilung leitet, betonte, dass nur die Hälfte der Menschen über 65 Jahren eine entsprechende Behandlung erhält, obwohl alles dafür zur Verfügung stünde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk
http://www.alzheimers.org.uk

Weitere Berichte zu: Alzheimer Blutdruck Demenz Demenz-Risiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie