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Bund fördert mit 8,5 Millionen Euro Früherkennung und Therapie von Brustkrebs

15.07.2002


Bulmahn: "Bestehende Defizite sollen mit der Offensive gegen Brustkrebs schnell behoben werden"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird zukünftig die klinische und patientenorientierte Brustkrebsforschung fördern, um die Versorgung erkrankter Frauen zu verbessern. In den kommenden vier Jahren werden dafür in zwei Förderphasen insgesamt 8,5 Millionen Euro bereit gestellt.

"Während in der Grundlagenforschung, beispielsweise im Nationalen Genomforschungsnetz, bereits große Anstrengungen unternommen werden, die Ursachen und die Entstehung von Brustkrebs zu verstehen, gibt es in der patientennahen Forschung deutliche Defizite", erklärte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn. Zu den Ursachen zählten die mangelnde Vernetzung der beteiligten Disziplinen wie Gynäkologie, Radiologie und Pathologie. Außerdem würden Forschungsergebnisse zu langsam in die Versorgung der Patientinnen einfließen. Bulmahn: "Mit dieser Offensive gegen den Brustkrebs wollen wir in Deutschland die Brustkrebsfrüherkennung und -behandlung entscheidend verbessern."

In Deutschland gibt es erhebliche Unterschiede bei der Früherkennungsrate von Brustkrebs und bei der Behandlung der erkrankten Frauen. Das haben Untersuchungen gezeigt. Insgesamt liegt Deutschland bei der Brustkrebssterblichkeit im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld. Jede zwölfte Frau erkrankt in Deutschland in ihrem Leben an Brustkrebs. Für die Betroffenen ist mit der Erkrankung ein hoher Leidensdruck verbunden. Zusätzlich gibt es erhebliche Verunsicherung aufgrund der verschiedenen Angebote zur Früherkennung, Diagnose und Therapie.

Um einen unmittelbaren Nutzen für die erkrankten Frauen zu erzielen, sollen insbesondere klinische und epidemiologische Studien gefördert werden. Dazu zählen Studien zur Prüfung und Verbesserung von Methoden der Früherkennung und Diagnostik sowie Therapieoptimierungs- und Therapievergleichsstudien. Ebenso wird die Nachsorge der Patientinnen und deren optimale psychosoziale Betreuung und Begleitung auch und gerade im Hinblick auf die Lebensqualität eine wichtige Rolle spielen.

Bundesforschungsministerin Bulmahn forderte ausdrücklich solche Kliniken und Einrichtungen auf, sich um die Fördermittel zu bewerben, die aufgrund ihrer Organisation und Qualität aller medizinisch relevanten Maßnahmen einen hohen Standard in der Patientenversorgung nachweisen können.

Die Anträge werden von einem international besetzten Expertengremium begutachtet. Damit können auch verstärkt internationale Erfahrungen einbezogen werden, die im Hinblick auf die Qualitätssicherung in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen gesammelt worden sind.

Dr. Martin Barth | Pressemitteilung

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