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Strahlentherapie bei Krebs

20.06.2008
Neuer Linearbeschleuniger und Brachytherapie-Anlage am Universitätsklinikum des Saarlandes
Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Minister Joachim Rippel hat am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) einen neuen Linearbeschleuniger und eine neue Brachytherapie-Anlage im Gesamtwert von fast 1,3 Mio. Euro eingeweiht.

"Das Universitätsklinikum des Saarlandes verfügt jetzt über die modernsten Techniken zur Krebsbestrahlung im Saarland" sagt Minister Rippel.

"Das Land beteiligt sich mit fast 750.000 Euro an der Finanzierung der neuen Großgeräte, die Patienten mit Tumorerkrankungen eine hochpräzise und gleichzeitig nebenwirkungsärmere Bestrahlung bei unterschiedlichen Krebserkrankungen ermöglichen".

Die Strahlentherapie stellt neben den operativen Verfahren und der Chemotherapie eine der wirksamsten Behandlungsformen für zahlreiche Krebserkrankungen dar. Da in der Klinik für Strahlentherapie am UKS zahlreiche Spezialtechniken zur Anwendung kommen, hat die Zahl an Patienten aus dem gesamten Saarland in den vergangenen Jahren zugenommen, jährlich werden hier ca. 1400 neue Patienten behandelt.

"Außerdem haben die Bauarbeiten zum Neubau der Strahlenklinik begonnen, der in enger Anbindung an die HNO/Urologie entstehen wird. Nach Fertigstellung dieses 7 Mio. Euro-Projektes wird das UKS ausstattungsmäßig an die Spitzenzentren der Krebsbehandlung wie Heidelberg oder München anschließen", betont Minister Rippel. Im Neubau werden 7 Großgeräte zur Planung und Durchführung modernster Bestrahlungstherapien Platz finden.

Für die Patienten ist schon jetzt die neue, so genannte intensitätsmodulierte Strahlentherapie, kurz IMRT, zugänglich: Diese Methode erlaubt es, eine hochpräzise und gleichzeitig nebenwirkungsärmere Bestrahlung von z. B. Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, der Lunge aber auch des Bauchbereiches und der Prostata durchzuführen.

"Hierbei wird die Strahlendosis auf wesentlich mehr Strahlenfelder als bei der herkömmlichen Bestrahlungstechnik üblich verteilt, was eine individuellere, auf das Tumorgebiet genau angepasste Bündelung der Strahlen im Körper ermöglicht", erklärt Professor Dr. Christian Rübe, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am UKS in Homburg.

"Prinzipiell sind Krebszellen besonders empfindlich gegen die benutzten Röntgenstrahlen, aber auch gesunde Gewebe können durch den Strahl auf seinem Weg durch den Körper geschädigt werden. Daher entwickelt man zunehmend Bestrahlungstechniken, die es ermöglichen, sowohl die Strahlendosis in der Tiefe des Körpers im Tumor zu erhöhen und gleichzeitig die Dosis an strahlenempfindlichen Nachbarorganen zu senken", so Professor Rübe.

Bei der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) wird durch einen komplizierten dreidimensionalen Bestrahlungsmodus aus verschiedensten Richtungen mit unterschiedlichsten Intensitäten erreicht, dass im Zentrum des Tumors stärker bestrahlt werden kann und die Randbereiche oder Nachbarorgane mit weniger Dosis belegt werden können.

80 einzeln-motorgesteuerte Bleilamellen (Multi-Leaf-Kollimator) dienen dazu, während der Bestrahlung die Bestrahlungsfelder computergesteuert zu variieren und an der jeweiligen Tumorkontur auszurichten. Dadurch wird es möglich, die Dosis dem Tumor und seiner anatomischen Umgebung millimetergenau anzupassen.

Speziell Patienten mit Tumoren, die eine relativ hohe Strahlendosis zur Heilung bedürfen und in deren Umgebung strahlenempfindliche Normalgewebe liegen, profitieren von dieser Bestrahlungstechnik: Hierzu gehören u. a. Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren und der Möglichkeit der Schonung der Speicheldrüsen sowie Patienten mit Prostatakarzinom und optimaler Schonung vor allem der Blase und des Enddarms.

Zudem verfügt das neue Bestrahlungsgerät über eine hochauflösende Röntgentechnik, zur Kontrolle der Patientenpositionierung auf dem Bestrahlungstisch, was eine wesentliche Verbesserung der Qualitätskontrolle ermöglicht.

Die neue Anlage für die Brachytherapie - vor allem von Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren - ist die dritte und modernste am Standort des Universitätsklinikums. Sie erlaubt es, das gesamte Spektrum der so genannten "Afterloadingtherapie" im Nachladeverfahren als Bestrahlung von innen heraus mit guter Schonung der umliegenden Organe und hoher Strahlendosis am Tumor durchzuführen.

Mit beiden Neuinvestitionen verfügt das Universitätsklinikum des Saarlandes jetzt über die technisch modernsten Bestrahlungsanlagen im Saarland.

Kontakt:

Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
66421 Homburg /Saar
Direktor: Prof. Dr. Christian Rübe
Sekretariat: Frau Dick
Tel. (06841) 16-24606, Fax: (06841) 16-24699,
E-Mail: prof.dr.christian.ruebe@uks.eu oder sandra.dick@uks.eu

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uks.eu/strahlentherapie

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