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Neue interdisziplinäre Leitlinie Fibromyalgiesyndrom ist online

17.06.2008
Definition, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) wird kontrovers diskutiert; manche Ärzte stellen sogar die Sinnhaftigkeit der Definition eines FMS in Frage. Fest steht: Es gibt viele Betroffene. Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden an FMS-Symptomen wie chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen und chronischer Müdigkeit.

FMS-Betroffene verursachen durch Krankschreibung, Frühberentung und medizinische Behandlung erhebliche Kosten. Zahlreiche Behandlungskonzepte liegen vor. "Aufgrund der Häufigkeit und sozialmedizinischen Bedeutung des Krankheitsbildes war eine Leitlinie, an der alle in die Diagnostik und Therapie des FMS involvierten medizinischen Fachgesellschaften als auch die Betroffenen selbst miteinbezogen waren, überfällig", so Dr. Winfried Häuser (Saarbrücken). Die jetzt veröffentlichte Leitlinie nimmt u.a. zu folgenden Fragen Stellung: Wie lässt es sich das FMS sicher diagnostizieren? Welche Untersuchungen sind sinnvoll? Welche Behandlungen sind wirksam?

Leitlinie im Internet

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Die Leitlinie steht zum Herunterladen im Internet unter: http://www.dgss.org/index.php?id=105

Eine Patientenversion der Leitlinie und eine "Kitteltaschenversion" sind in Vorbereitung.

Erstmalig interdisziplinäre europäische Empfehlungen

Die "Fibromyalgie" ist in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation im Kapitel Krankheiten der Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes in dem Unterkapitel "Sonstige Krankheiten des Weichteilgewebes, anderorts nicht klassifiziert" (M79.7), aufgeführt. In der aktuell veröffentlichten Leitlinie zum FMS werden erstmals in Europa interdisziplinär und unter Beteiligung von Betroffenen entwickelte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie gegeben. Diese Empfehlungen basieren auf einer systematischen Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und auf dem Erfahrungswissen von Behandlern und Betroffenen. Die Empfehlungen wurden in einem transparenten Konsensusverfahren entwickelt, welches von einer Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichenmedizinischen Fachgesellschaften AWMF moderiert wurde. Die Spezialisten empfehlen zur Diagnose zum Beispiel neben einer Ganzkörperuntersuchung und verschiedenen Laboruntersuchungen auch die ausführliche Befragung des Patienten etwa nach Beeinträchtigungen und Stressfaktoren . Zur Behandlung sind Patientenschulung, Schmerzpsychotherapie und Ausdauertraining angeraten, zusätzlich die Gabe von Antidepressiva.

Beteiligte Fachgesellschaften

Die Entwicklung der Leitlinie wurde von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) initiiert und koordiniert. Neben Spezialisten der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) haben sich an der Leitlinie Spezialisten der folgenden Deutsche Gesellschaften beteiligt: Neurologie (DGN), Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Physikalische Medizin und Rehabilitation (DGPMR), Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Psychologische Schmerztherapie und -forschung (DGPSF), Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), Rheumatologie (DGRh), Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM).

Ansprechpartner

Dr. med. Winfried Häuser, Zentrum für Schmerztherapie/Klinik Innere Medizin I, Klinikum Saarbrücken, 66119 Saarbrücken, whaeuser@klinikumsaarbruecken.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgss.org/index.php?id=105

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