Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

60-Stunden-Woche und Schlafmangel begünstigen Herzinfarkt

10.07.2002


Kritiker zweifeln aus Mangel an direkten Beweisen an einem direkten Zusammenhang

Menschen, die mehr als 60 Stunden in der Woche arbeiten und wenig schlafen, riskieren einen Herzinfarkt. Das behaupten Forscher der japanischen Fukuoka Heart Study Group der Kyushu University und Experten des Guy´s and St. Thomas´s NHS Trust in London in der Fachzeitschrift Occupational and Environmental Medicine. Die Kombination aus Schlafmangel und Überarbeitung erhöhe den Blutdruck und die Herzfrequenz und löse dadurch einen Herzinfarkt aus. Andere Expertengruppen bezweifeln in einem Bericht der BBC einen direkten Zusammenhang, denn eine präzise Begründung, warum eine 60-Stunden-Woche das Herzinfarkt-Risiko erhöht, wird nicht genannt.

Die Forscher um Ying Jiu von der Fukuoka Heart Study Group untersuchten zwischen 1996 und 1998 260 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren, die mit einem Herzinfarkt eingeliefert worden waren, und verglichen diese mit 445 Männern der gleichen Altersgruppe, die nie einen Herzinfarkt erlitten haben. Mit der Herzinfarkt-Gruppe wurden Interviews über die wöchentlichen Arbeitsstunden, freien Tage und den täglichen Schlaf der vergangenen Jahre geführt. Ebenso interviewten die Mediziner die Kontrollgruppe. Zudem wurden mögliche Herzinfarkt-Risikofaktoren wie z.B. Lebensgewohnheiten, Gewicht und hoher Blutdruck in der Studie miteinbezogen.

Männer, die länger als 60 Stunden pro Woche arbeiteten, hatten ein doppelt so hohes Herzinfarkt-Risiko wie jene Männer, die rund 40 Stunden pro Woche und weniger arbeiteten. Jene, die an zwei Arbeitstagen in der Woche durchschnittlich weniger als fünf Stunden schliefen, erlitten zwei bis drei Mal so häufig eine Herzattacke als Langschläfer. Resümee der Forscher aus der Studie: Die Arbeitswoche sollte höchstens 40 Stunden haben. Wer länger arbeitet, dem wird angeraten, für ausreichend Schlaf zu sorgen. Jim Horne vom Schlafforschungszentrum der Loughborough University erläuterte: "Es ist viel eher wahrscheinlich, dass ein Schlafmangel zu einer Herzstörung beiträgt, als dass er ein direkter Grund für einen Herzinfarkt ist. Rattenversuche haben gezeigt, dass Schlafentzug ohne Anzeichen einer vaskulären Erkrankung zum Tod führte."

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://oem.bmjjournals.com/
http://news.bbc.co.uk/

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte