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Hohes Infektionsrisiko in Afrika und Ozeanien

10.07.2002


Aktuelle Malaria-Prophylaxempfehlungen 2002 der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG)

In endemischen Gebieten des tropischen Afrika und Ozeaniens (z.B. Papua Neu Guinea und Salomonen) ist das Infektionsrisiko für die gefährliche Malaria tropica am höchsten. Die Tropenmediziner möchten mit diesen Erkenntnissen an die Sorgfalt der Reisenden appellieren und die oft unsachlich geführte Diskussion auf eine wissenschaftliche Basis stellen.

Vorkommen und Prophylaxe: Die meisten in Mitteleuropa importierten schweren und tödlichen Krankheitsverläufe sind auf Infektionen aus Afrika zurückzuführen. "Ungeschützte Reisende in Ostafrika sind einem Erkrankungsrisiko von mindestens 1 % pro Monat, in Westafrika sogar von 2-3 % pro Monat ausgesetzt", so PD Dr. Hans-Dieter Nothdurft. Seroepidemiologische Untersuchungen (Circumsporozoiten-Antikörper) lassen noch höhere Expositionsrisiken vermuten. Das Risiko für asiatische und lateinamerikanische Destinationen ist aufgrund von Schätzungen 5-100 mal kleiner. In Gebieten mit hoher Chloroquinresistenz, welche gleichzeitig den Ländern mit dem höchsten Infektionsrisiko einer Malaria tropica entsprechen (Tropisches Afrika, einzelne Gebiete im östlichen Indonesien, in Ozeanien und Südamerika sowie in Indien nördlich der Linie Madras-Goa), wird eine Chemoprophylaxe durchgeführt. In Gebieten mit niedrigem Infektionsrisiko wird eine Notfalltherapie bevorzugt. Diese Strategie ist anzuwenden, wenn das Infektionsrisiko kleiner ist als das Risiko schwerer Medikamenten-Nebenwirkungen.

Notfalltherapie: Ein Medikament wird während der ganzen Reise mitgeführt. Der Einsatz erfolgt beim Auftreten eines (plötzlichen) Fiebers mit oder ohne andere Zeichen einer Infektion, sofern innerhalb von 24 Stunden keine zuverlässige medizinische Institution erreicht werden kann, welche den Verdacht auf eine Malaria mittels einer Blutuntersuchung erhärten oder ausschließen kann. Die Notfalltherapie ist eine Mass-nahme zur Lebensrettung. Dem Touristen wird dabei die Verantwortung zur Selbstbehandlung überlassen. Die wichtigsten Faktoren, die über die Überlebenschancen von P. falciparum infizierten Reisenden entscheiden, sind eine frühzeitige Diagnose und eine unverzüglich eingeleitete wirksame Therapie.

In verschiedenen Ländern mit minimalem Übertragungsrisiko wird weder eine Chemoprophylaxe noch eine Notfallbehandlung zur Mitnahme empfohlen. Maßnahmen zum Mückenschutz und eine Blutuntersuchung im Verdachtsfall mit Fieber nach einem Aufenthalt werden empfohlen. Reisende in folgende Länder sollen aber auf das minimale Risiko einer Malariainfektion aufmerksam gemacht werden: Mauritius, Kap Verde, Marokko, Algerien, Libyen, Ägypten (El Fayium), Syrien, Türkei, Tadschikistan.

Kernpunkte zum Malariaschutz:

  • Risikobewusstsein in Malariagebieten
  • Mückenstiche vermeiden / verhindern
  • Einnahmedisziplin der Malariamedikamente
  • Bei Fieber: rasche Diagnose und Therapie



Kontaktadresse für Rückfragen und weitere Informationen:
PD Dr. H.D. Nothdurft - DTG-Infoservice
c/o Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der Universität München
Leopoldstr. 5, 80802 München - Fax: 089/336038
E-Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://dtg.mwn.de

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