Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Essen und Trinken - alles zu und mit der passenden Zeit

13.06.2008
nutritionDay in Pflegeheimen - die Europainitiative zur Ernährungsevaluierung in Pflegeheimen

Bis zu 85 Prozent der BewohnerInnen in Pflegeheimen weisen ein Risiko für Mangelernährung auf. Konkrete regionale und internationale Prävalenzdaten fehlen bisher.

Um den Status quo zu erfassen und auf die Problematik der Mangelernährung hinzuweisen, wurde die Initiative nutritionDay in Pflegeheimen im Januar 2007 ins Leben gerufen. Ursprünglich im Krankenhausbereich entwickelt, soll das Projekt die Aufmerksamkeit auf die krankheitsbezogene Mangelernährung richten.

"Es ist immer noch viel zu wenig im Bewusstsein der BetreuerInnen, dass Ernährung auch bei pflegebedürftigen, multimorbiden älteren Menschen eine sehr bedeutende Rolle spielt," sagt Prof. Dr. Cornel Sieber, Mediensprecher der Initiative, anlässlich der "Ernährung 2008" in Hamburg. Dies gelte auch für den Zusammenhang der altersassoziierten Mangelernährung mit der Lebensqualität der BewohnerInnen in Pflegeheimen.

... mehr zu:
»Mangelernährung »Pflegeheim

An zwei vorgegebenen Stichtagen 2007 und 2008 wurde der Ernährungszustand und die Ernährungsversorgung von insgesamt 5.970 PflegeheimbewohnerInnen aus acht europäischen Ländern untersucht. Die ersten Ergebnisse aus dem Jahr 2007 zeigen im Allgemeinen ein gutes Ernährungsmanagement in Altenpflegeheimen. So ist der Anteil der mangelernährten Bewohner beziehungsweise derer mit einem Risiko für Mangelernährung geringer als in der Literatur angegeben.

Die Essensaufnahme am Untersuchungstag und die Hilfeleistungen bei der Nahrungsaufnahme sind zufrieden stellend. Es besteht jedoch ein deutlicher Schulungsbedarf der BetreuerInnen für das Erkennen der Mangelernährung. Kognitive Störungen, wie Demenz, erwiesen sich als Hauptindikationen für eine verringerte Nahrungsaufnahme am Untersuchungstag und für künstliche Ernährungstherapien. Durch den 2. Teil der Datenerhebung nach einem halben Jahr konnte gezeigt werden, wie der ursprüngliche Ernährungszustand die Sterberate der BewohnerInnen beeinflusst. Von den BewohnerInnen mit einem anfänglichen Body-Mass-Index (BMI) unter 20 kg/m2 waren doppelt so viele verstorben wie jene mit einem BMI über 22 kg/m2. Es zeigte sich auch, dass das vollständige Aufessen des Mittagessens mit einer höheren Überlebensrate in Zusammenhang steht.

Unterstützung beim Essen und Trinken braucht Zeit. Rund 50 Prozent der BewohnerInnen benötigen Hilfe beim Essen, entweder beim Anreichen der Nahrung oder beim mundgerechten Aufschneiden des Essens. Im Durchschnitt musste den BewohnerInnen zwischen zehn und 20 Minuten pro Mahlzeit geholfen werden. Doch selbst unbegrenzt zur Verfügung stehende Zeit für die Hilfe bei der Ernährung der BewohnerInnen löst allein nicht das Problem der Mangelernährung. Zusätzliche Faktoren wie das Wissen aller BetreuerInnen um die Ursachen und Folgen von Mangelernährung, das kontinuierliche Angebot einer bedarfsgerechten Ernährung sowie die Gestaltung der Mahlzeiten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Nahrungsversorgung von Pflegebedürftigen.

nutritionDay in Pflegeheimen wird auch im Januar 2009 stattfinden und soll viele europäische Heime zur Teilnahme bewegen. Es geht es darum, ein starkes Bewusstsein für das Thema Ernährung in der Altenbetreuung zu schaffen und aussagekräftige Daten zu gewinnen.

Hintergrund:

Der dritte "nutritionDay" in europäischen Krankenhäusern wurde am 31. Januar 2008 durchgeführt. Es nahmen auch Alten- und Pflegeheime sowie Intensivstationen an dieser Erhebung teil. Am Erhebungstag wird in einer Momentaufnahme in den teilnehmenden Institutionen die Ernährungssituation von PatientInnen erhoben.

Rund 15 bis 40 Prozent aller Patienten in europäischen Krankenhäusern sind mangelernährt. Diese Mangelernährung verlängert die Liegezeiten und bedingt häufig eine höhere Sterblichkeit. Der nutritionDay will die aktuelle Situation der Ernährung in teilnehmenden Häusern am Stichtag darstellen. Ziel ist es
· eine "Landkarte" der Mangelernährungs-Schwerpunkte zu erstellen
· mehr zu wissen über unzureichende Nahrungsaufnahme in Bezug auf Risikofaktoren, medizinische Fachrichtungen, Organisationseinheiten und unterschiedliche Länder
· das Bewusstsein über die Bedeutung der klinischen Ernährung für die Genesung bei PatientInnen, Krankenhauspersonal und -verwaltung stärken

Weitere Informationen unter www.nutritionday.org

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Cornel Sieber
Klinikum Nürnberg Nord, Medizinische Klinik 2
Lehrstuhl für Geriatrie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Cornel.Sieber@klinikum-nuernberg.de
Mag. Romana Schlaffer
Wissenschaftliches Sekretariat der Arbeitsgemeinschaft Klinische Ernährung
Höfergasse 13/1, A-1090 Wien
Tel.: +43-(0)1-9690487; Fax: +43-(0)1-9682649
E-Mail: nh@nutritionday.org

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.nutritionday.org
http://www.ake-nutrition.at

Weitere Berichte zu: Mangelernährung Pflegeheim

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Erste Verteidigungslinie gegen Grippe weiter entschlüsselt
21.02.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Behandlung mit Immunglobulinen hilft gegen Entzündung der weißen Hirnsubstanz bei Kindern
21.02.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics